Die Papierindustrie ist ein bedeutender Bestandteil der industriellen Wertschöpfung in
Nordrhein-Westfalen. Neben hochwertig recyceltem Altpapier können alternative Pflanzenfasern künftig
einen Beitrag dazu leisten, den Bedarf an konventionellen Primärfaserrohstoffen zu verringern,
Lieferketten zu diversifizieren und neue regionale Wertschöpfung zu schaffen.
Die Bioökonomie-Strategie Nordrhein-Westfalen benennt bereits das Potenzial alternativer Faserpflanzen
wie Miscanthus, Hanf und Stroh für die Papierherstellung. Die Förderung von Forschung und industriellen
Pilotanlagen ist darin vorgesehen. Der Änderungsantrag konkretisiert diesen Ansatz, indem er die
landwirtschaftliche Erzeugung der Rohstoffe mit der regionalen Papierindustrie verbindet. Kurze
Transportwege, geeignete Aufbereitungsanlagen und langfristige Abnahmebeziehungen können dazu
beitragen, wirtschaftlich tragfähige Wertschöpfungsketten aufzubauen und zusätzliche
Einkommensmöglichkeiten für landwirtschaftliche Betriebe zu schaffen.
Besondere Chancen bestehen in der Nutzung von Paludikultur. Die wirtschaftliche Bewirtschaftung
wiedervernässter Moorböden mit geeigneten Pflanzen wie Schilf oder Rohrkolben kann Moorbodenschutz
und regionale Rohstoffproduktion miteinander verbinden. Forschungsprojekte wie „MooPap – Vom Moor
ins Papier“ untersuchen bereits die industrielle Nutzung entsprechender Pflanzenfasern für
Verpackungspapiere und Kartonagen. Dabei sind technische Eignung, Wirtschaftlichkeit und
Umweltwirkung noch weiter zu erproben.
Die Förderung regionaler Modellprojekte würde vorhandene Ansätze der Bioökonomie- und
Kreislaufwirtschaftsstrategie in konkrete industrielle Anwendungen übertragen. Voraussetzung ist, dass
die verwendeten Pflanzen standortgerecht angebaut werden, die ökologische Gesamtbilanz positiv
ausfällt und weder wertvolle Naturräume noch Flächen für die Nahrungsmittelproduktion unangemessen
beansprucht werden. Paludikultur soll insbesondere auf bereits wiedervernässten oder zur
Wiedervernässung vorgesehenen, bisher landwirtschaftlich genutzten Moorböden stattfinden und nicht
zu einer wirtschaftlichen Nutzung naturschutzfachlich geschützter Moore führen.
| Kapitel: | Ein Land der Innovation und Nachhaltigkeit |
|---|---|
| Antragsteller*in: | LAG Ressourcenwirtschaft (dort beschlossen am: 22.10.2026) |
| Status: | Geprüft |
| Eingereicht: | Gestern, 08:05 |