Die geplante Einführung einer LKW-Maut auf besonders vom Schwerverkehr belasteten Landesstraßen wirft aus finanzpolitischer Sicht Fragen hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit, der Verteilung der Einnahmen und der Auswirkungen auf die kommunale Infrastruktur auf.
Der Programmentwurf sieht vor, die Einnahmen zweckgebunden für Straßenerhalt, Radinfrastruktur und Nahverkehr einzusetzen. Offen bleibt jedoch, nach welchen Kriterien die Mittel verteilt werden und in welchem Umfang auch Kommunen davon profitieren sollen.
Insbesondere besteht das Risiko, dass mautpflichtige Landesstraßen umfahren werden und dadurch zusätzliche Belastungen auf Kreis- und Gemeindestraßen entstehen. Die daraus resultierenden Instandhaltungskosten könnten gerade finanzschwache Kommunen erheblich treffen, ohne dass ihnen entsprechende Einnahmen gegenüberstehen.
Zudem sollten die Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft berücksichtigt werden. Unternehmen, die auf den Straßengüterverkehr angewiesen sind, dürfen bei unvermeidbaren Umleitungen infolge von Straßensperrungen nicht ohne Weiteres zusätzlichen finanziellen Belastungen ausgesetzt werden.
Aus finanzpolitischer Sicht sollten deshalb zunächst die rechtlichen Voraussetzungen, die tatsächlichen Nettoeinnahmen nach Abzug der Erhebungs- und Verwaltungskosten sowie mögliche Verkehrsverlagerungen untersucht werden.