Eigenständige Mobilität ist eine wichtige Voraussetzung für Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe. Junge Menschen wollen selbstständig Freund*innen besuchen, Sport- und Freizeitangebote wahrnehmen, Ausbildungs- und Arbeitsplätze erreichen oder einfach ihre Umgebung erkunden. Der öffentliche Nahverkehr spielt dabei eine entscheidende Rolle.
Ob junge Menschen diese Freiheit nutzen können, darf nicht vom Geldbeutel ihrer Eltern oder vom Zufall abhängen, ob sie eine kostenlose Schülerfahrkarte erhalten. Auch Auszubildende, Studierende, Freiwilligendienstleistende und junge Menschen, die keine Schule besuchen, müssen gleichermaßen berücksichtigt werden.
Ein kostenloser ÖPNV für alle unter 21 Jahren stärkt die Eigenständigkeit junger Menschen und ermöglicht ihnen mehr Bewegungsfreiheit. Gleichzeitig fördert er frühzeitig die Nutzung klimafreundlicher Verkehrsmittel und kann dazu beitragen, dass Bus und Bahn auch im Erwachsenenalter selbstverständlich genutzt werden.
Der Verzicht auf ein gesondertes Ticket vereinfacht das System erheblich. Anträge, Einkommensprüfungen, Ausgabe und Verwaltung individueller Fahrkarten werden überflüssig. Das spart Zeit und Ressourcen bei Kommunen, Schulen und Verkehrsunternehmen. Zudem entfällt für junge Menschen das Risiko, wegen eines vergessenen oder nicht rechtzeitig beantragten Tickets ohne gültigen Fahrschein unterwegs zu sein.
Die kostenlose Nutzung darf allerdings nicht zulasten der ohnehin häufig finanziell angespannten Verkehrsunternehmen gehen. Deshalb muss das Land die entstehenden Einnahmeausfälle vollständig und verlässlich ausgleichen. Die Finanzierung soll sich an den tatsächlichen Nutzungszahlen orientieren und darf nicht zu einer Verschlechterung des bestehenden Angebots führen.
Mobilität ist keine Frage des Elternhauses. Mit einem kostenlosen ÖPNV für alle unter 21 Jahren machen wir Nordrhein-Westfalen gerechter, selbstbestimmter und klimafreundlicher.