Die Schlachtung ist ein besonders sensibler Bereich des Tierschutzes. Die seit langem bekannten, erheblichen Belastungen von Schweinen bei der Betäubung mit hohen CO₂-Konzentrationen machen einen raschen Umstieg auf tiergerechtere Alternativen erforderlich.
Seit Jahren machen Tierschützer*innen mit teils illegal angefertigten Videoaufnahmen immer wieder Missstände und Tierschutzverstöße in Schlachthöfen öffentlich. Dass solche Aufnahmen notwendig sind, um auf gravierende Probleme aufmerksam zu machen, zeigt, dass die bestehenden Kontrollmechanismen nicht ausreichen. Hier muss dringend gehandelt werden. Wir brauchen wirksame Kontrollen und Videoaufzeichnungen, die eine bessere Überwachung ermöglichen und dazu beitragen, Verstöße aufzudecken und aufzuklären.
Zugleich müssen die Arbeitsbedingungen in Schlachthöfen so gestaltet sein, dass sorgfältiges und tierschutzgerechtes Arbeiten möglich ist. Akkordarbeit und hoher Zeit- und Mengendruck können dem entgegenstehen. Ausreichend Zeit für jeden Arbeitsschritt und qualifiziertes Personal sind deshalb ebenso notwendig wie wirksame Kontrollen.
Kleine und regionale Schlachthöfe sind wichtig für eine bäuerliche Landwirtschaft, kurze Transportwege und regionale Wertschöpfung. Verlässliche Fördermöglichkeiten und praxistaugliche Anforderungen helfen, diese Strukturen zu erhalten und weiterzuentwickeln. Mobile und hofnahe Schlachtung bietet zusätzliche Möglichkeiten, Tiertransporte zu verkürzen. Ziel ist eine Schlachtinfrastruktur, die Tierwohl, Lebensmittelsicherheit und die Zukunft regionaler Landwirtschaft gleichermaßen berücksichtigt.