Hitze ist das größte gesundheitliche Risiko der Klimakrise in Deutschland. Hitzewellen führen jedes Jahr zu tausenden zusätzlichen Todesfällen, und die aktuelle Klimaanalyse des LANUK zeigt, dass rund 7,5 Millionen Menschen in NRW in Siedlungsbereichen mit dringendem Handlungsbedarf leben. Hitzeaktionspläne sind das zentrale Instrument, um vor Ort vorbereitet zu sein: Sie legen fest, wer bei einer Hitzewarnung was tut, wie gefährdete Menschen erreicht werden und welche baulichen Maßnahmen langfristig für Abkühlung sorgen. Mit diesem Antrag verfolgen wir zwei Ziele.
Erstens: Hitzeaktionsplanung muss flächendeckend kommen. NRW ist hier schon weiter als viele andere Bundesländer. Das Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz (LfGA NRW) stellt Kommunen umfangreiche Arbeitshilfen zur Verfügung und berät die Kreise und kreisfreien Städte bei der Erstellung ihrer Hitzeaktionsplanung. Was bislang fehlt, ist Verbindlichkeit und Finanzierung. Hitzeaktionsplanung ist eine freiwillige Aufgabe, und anders als bei Starkregengefahrenkarten gibt es keine gezielte Förderung, anders als bei Klimaanpassungskonzepten keine Verpflichtung. Die Folge: Viele Kommunen, gerade solche mit knappen Haushalten, haben noch keinen Hitzeaktionsplan, obwohl ihre Bevölkerung stark betroffen ist. Ob durch Förderung, durch Verpflichtung oder durch beides: Hitzeaktionsplanung muss in der Breite unserer Städte und Gemeinden ankommen.
Zweitens: Hitzeaktionsplanung muss alle besonders gefährdeten Menschen schützen. Menschen mit geringem Einkommen leben häufiger in schlecht gedämmten Wohnungen in dicht bebauten Vierteln und sind deshalb besonders gefährdet. Hitze trifft aber nicht nur sie. Ein besonders hohes Risiko tragen ältere Menschen, Säuglinge und Kleinkinder, deren Körper Hitze schlechter ausgleichen kann, sowie Menschen mit Vorerkrankungen etwa des Herz-Kreislauf-Systems. Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, Kitas und Menschen, die allein zu Hause gepflegt werden, brauchen in Hitzewellen besonderen Schutz. Eine wirksame Hitzeaktionsplanung muss all diese Risikogruppen gezielt berücksichtigen, damit Schutz dort ankommt, wo er am dringendsten gebraucht wird.
| Kapitel: | Ein Land der intakten Lebensgrundlagen |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Robin Conrad (KV Recklinghausen) |
| Status: | Geprüft |
| Eingereicht: | 27.10.2026, 18:03 |