Nationalparke gehören zu den wichtigsten Instrumenten des großflächigen Naturschutzes. Sie sichern wertvolle Lebensräume und ermöglichen, dass sich Natur auf dem überwiegenden Teil ihrer Fläche ohne menschliche Eingriffe entwickeln kann. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt und zum Prozessschutz.
Nordrhein-Westfalen verfügt mit dem Nationalpark Eifel bislang über nur einen Nationalpark. Ein zweiter Nationalpark würde weitere großräumige Naturlandschaften dauerhaft schützen, natürliche Entwicklungsprozesse ermöglichen und den Schutz der biologischen Vielfalt in unserem dicht besiedelten Bundesland stärken.
Die Diskussionen um einen Nationalpark in der Egge haben gezeigt, dass solche Vorhaben eine frühzeitige Beteiligung, transparente Informationen und einen verlässlichen Dialog mit den Menschen vor Ort brauchen. Unterschiedliche Interessen und Befürchtungen müssen ernst genommen und offen diskutiert werden. Gleichzeitig muss die naturschutzfachliche Eignung eines Gebiets Grundlage der Entscheidung bleiben.
Der bisherige Programmentwurf sieht vor, regional breit getragene Initiativen für einen weiteren Nationalpark zu unterstützen. Das ist richtig, greift aber zu kurz. Die Verantwortung für die Entwicklung eines zweiten Nationalparks darf nicht allein bei einzelnen Regionen liegen. Das Land muss selbst geeignete Gebiete prüfen, Gespräche mit Kommunen, Naturschutzverbänden und weiteren Beteiligten führen und einen transparenten Entwicklungsprozess anstoßen.
Dabei geht es in erster Linie um den dauerhaften Schutz wertvoller Naturräume. Zugleich kann ein Nationalpark neue Möglichkeiten für Umweltbildung, Naturerleben, nachhaltigen Tourismus und die regionale Entwicklung eröffnen. Die Erfahrungen aus dem Nationalpark Eifel zeigen, dass sich diese Ziele miteinander verbinden lassen.
Wir wollen nicht nur auf eine neue regionale Initiative warten. Nordrhein-Westfalen soll selbst Verantwortung übernehmen und den Weg für einen zweiten Nationalpark aktiv eröffnen.