Wildtierauffangstationen und ehrenamtliche Wildtierhilfen leisten einen wichtigen Beitrag zum Tierschutz. Sie versorgen verletzte, kranke und hilfsbedürftige Wildtiere, begleiten ihre Genesung und ermöglichen, soweit möglich, ihre Rückkehr in den natürlichen Lebensraum.
Diese Arbeit erfordert besondere Fachkenntnisse, geeignete Unterbringungsmöglichkeiten, tierärztliche Versorgung und erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen. Viele Einrichtungen und Initiativen sind dabei auf ehrenamtliches Engagement und Spenden angewiesen. Die Versorgung hilfsbedürftiger Wildtiere darf jedoch nicht allein von privaten Mitteln und dem persönlichen Einsatz Einzelner abhängen.
Deshalb wollen wir bestehende Unterstützungsangebote weiterentwickeln und eine landesweit abgestimmte Struktur schaffen. Fachlich qualifizierte Wildtierauffangstationen benötigen verlässliche Fördermöglichkeiten und geeignete Rahmenbedingungen für ihre Arbeit. Ehrenamtliche Wildtierhilfen brauchen erreichbare fachliche Ansprechstellen, Qualifizierung und Unterstützung bei der Vermittlung von Tieren an geeignete Einrichtungen. Eine engere Zusammenarbeit mit wildtierkundigen Tierärzt*innen und den zuständigen Behörden kann dazu beitragen, Versorgungslücken zu schließen und fachliche Standards zu sichern.
Ebenso wichtig ist die Beratung der Bevölkerung. Nicht jedes aufgefundene Jungtier oder scheinbar hilfsbedürftige Wildtier benötigt menschliche Hilfe. Fachkundige Beratung kann unnötige Eingriffe verhindern und sicherstellen, dass tatsächlich hilfsbedürftige Tiere schnell die richtige Versorgung erhalten.
Der Programmentwurf stärkt die Tierheime und enthält verschiedene Maßnahmen zum Schutz von Wildtieren. Die fachgerechte Versorgung verletzter und hilfsbedürftiger Wildtiere sowie die besonderen Anforderungen an Wildtierauffangstationen und ehrenamtliche Wildtierhilfen werden im Abschnitt „Tierschutz stärken“ jedoch nicht ausdrücklich berücksichtigt. Diese Lücke wollen wir schließen.
Wer Verantwortung für verletzte Wildtiere übernimmt, braucht fachliche Unterstützung und verlässliche Rahmenbedingungen. Das Land darf diese wichtige Arbeit nicht allein dem Ehrenamt überlassen.