Millionen Menschen sind von bislang kaum beachteten sensorischen und chemischen Barrieren betroffen. Dabei geht es um grundlegende Menschenrechte: Für viele schwer Betroffene bedeuten sie den vollständigen Ausschluss aus nahezu allen Lebensbereichen! Arbeit, Wohnen, Mobilität, medizinische Versorgung und jede andere Form der Versorgung – selbst das Einkaufen – werden teils unmöglich
Sensorische und chemische Barrieren entstehen durch alltägliche Belastungen wie Lärm, grelles Licht, Reizüberflutung, Duftstoffe, Reinigungsmittel oder Emissionen aus Baumaterialien, die für Betroffene schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben können.
Wir sprechen dabei nicht über wenige seltene Erkrankungen, sondern über eine meist übersehene Dimension der Barrierefreiheit, die Millionen Menschen betrifft. Betroffen sind unter anderem Menschen mit ME/CFS, MCS, MCAS, schweren Allergien, Asthma, Long COVID oder Migräne sowie neurodivergente Menschen und Menschen mit weiteren komplexen, oft unsichtbaren Erkrankungen und Behinderungen.
Für einen Teil von ihnen sind die Folgen existenziell.
Menschen verlieren ihre Wohnung, weil sie dort nicht mehr leben können, und finden keinen geeigneten Ersatz. Sie können nicht mehr an ihren Arbeitsplatz, nicht mehr einkaufen, kein Krankenhaus und kaum eine Arztpraxis betreten. Sie werden in nahezu vollständige Isolation gezwungen. Selbst offiziell barrierefreie Einrichtungen und lebensnotwendige Hilfsangebote bleiben für sie unzugänglich.
Chemische und sensorische Barrieren sind unsichtbar, und sie machen zugleich unsichtbar: sowohl die Menschen als auch die Folgen.
Wir sind eine Partei der Menschenrechte. Wir müssen hinsehen und die teils gravierenden Menschenrechtsverletzungen beenden, die in unserem Land täglich unter unseren Augen geschehen.