Wohnen ist die soziale Frage unserer Zeit, die viele Menschen bewegt. Und die Wahlen entscheiden kann, wie wir in Berlin gesehen haben. Die Menschen wählen die Partei, die am meisten über bezahlbaren Wohnraum für alle redet, am präsentesten ist mit Lösungsansätzen. Doch die Passage zu Wohnungslosigkeit ist eher dünn und spiegelt auch nicht die Beschlusslage der NRW-GRÜNEN wieder, die auf der LDK 2024 u.a. ein Recht auf Wohnen beschlossen haben:
https://gruene-nrw.de/2024/07/wohnraum-fuer-alle/
Obdachlosigkeit ist die tödlichste Form von Armut. Die Lebenserwartung von Betroffenen ist über 20 Jahre kürzer als im Bevölkerungsdurchschnitt. Dieses Jahr sind allein in Köln schon ein halbes Dutzend Menschen auf der Straße umgekommen. Es ist nicht nur unsere rechtliche, sondern auch moralische Pflicht, den Blick hiervon nicht abzuwenden. Wir GRÜNE stehen für Menschenwürde!
Wenn sich die Landesregierung mit GRÜNER Beteiligung, die Bundesregierung und EU das ambitionierte Ziel setzen, Obdach- und Wohnungslosigkeit bis 2030 zu überwinden, dann erwarten die Menschen auch ein überzeugendes Konzept, wie dies realistisch in der kurzen verbliebenen Restzeit erreicht werden kann. So vorbildlich die Kümmererprojekte in "Endlich ein Zuhause" sind, sie sind nur ein Baustein. Und so gut das Housing First-Konzept auch ist, es passt nicht auf alle Betroffenen und stößt bei der Umsetzung auf Hürden bei Finanzierung und Fachkräfteeinsatz.
Deshalb fordern wir zusätzlich als Fach-LAG, die sich über einen langen Zeitraum unter Konsultation vieler Expert*innen mit dem Thema beschäftigt hat:
- Recht auf Wohnen als politisches Ziel in die Landesverfassung
- Landesweite Definition von Mindeststandards zur Unterbringung (Sicherheit, Menschenwürde)
- Unverklausuliertes Bekenntnis zu Weiterförderung (trotz auslaufender ESF-Mittel)
- Förderprogramm für Kommunen zum Umbau von Notschlafstellen in Einzelzimmer
- Einfach zu merkende landesweite Wohnnotfallnummer
- Zugang zum ganzen Wohnungshilfesystem für alle Betroffenen (Sozialrecht, Refinanzierung)
- Ausbau von Sozialen Wohnraumagenturen (siehe Münster, Köln)
- Zusammenfassen aller Maßnahmen in einem landesweiten Aktionsplan
Genau wie bei Klimazielen reicht es nicht, zu sagen was man will. Glaubwürdig wirkt das erst, wenn man auch ein schlüssiges Maßnahmenpaket aufzeigt, von dem unsere Zusatzpunkte im Übrigen nur ein kleiner Teil sind.
Fast alle Punkte unseres Antrages sind bereits Beschlusslage der Partei. Warum sollten wir sie verstecken, wenn wir in den großstädtischen Mileus nicht Wählerstimmen links liegen lassen wollen?
Deshalb beantragen wir diese Generalalternative!
P.S. Unsere LAG hat hierzu ein achtseitiges annotiertes Aktionsprogramm erstellt, das ganzheitlich auf das Thema blickt. Die gesundheitspolitischen Forderungen daraus haben wir aber der LAG Gesundheit als Antragstellerin überlassen (https://soziales.gruene-nrw-lag.de/archives/1209)