Viele Geflüchtete und wohnungslose Menschen haben aufgrund fehlender Papiere keinen ausreichenden Krankenversicherungsschutz. Eine angemessene medizinische Versorgung im Krankheitsfall oder während einer Schwangerschaft gehört jedoch zu den elementaren Menschenrechten. Fehlt ein niedrigschwelliger Zugang zur Gesundheitsversorgung, werden notwendige Behandlungen häufig verzögert oder ganz vermieden. Dadurch können sich Erkrankungen verschlimmern und im schlimmsten Fall Menschenleben gefährdet werden.
Bereits im Landtagswahlprogramm 2022 haben wir die Einführung des anonymen Krankenscheins gefordert. Seitdem wurde er beispielsweise 2023 in Köln eingeführt. Ein flächendeckendes Angebot besteht in Nordrhein-Westfalen jedoch weiterhin nicht. Es darf nicht vom Wohnort oder den finanziellen Möglichkeiten einzelner Kommunen abhängen, ob Menschen medizinische Hilfe bekommen, wenn sie diese benötigen. Die bestehenden Angebote müssen deshalb gesichert und auf weitere Kommunen ausgeweitet werden, um langfristig eine flächendeckende medizinische Versorgung für Menschen ohne ausreichenden Krankenversicherungsschutz zu gewährleisten.