Alle Menschheitsverbrechen sowie jegliche Formen historischen Unrechts verdienen einen gesellschaftlichen Diskurs und ein angemessenes Gedenken. Gleichwohl sollte dabei der historisch einzigartige Charakter der deutschen NS-Massenverbrechen, darunter insbesondere der industriell ausgeführte Genozid an sechs Millionen Jüdinnen*Juden, nicht nivelliert bzw. relativiert werden.
Die systematische Verfolgung vieler Gruppen wie zum Beispiel von Sinti*zze und Rom*nja, queeren Menschen, Zwangsarbeiter*innen sowie Menschen mit Behinderung oder psychischen Erkrankungen während des Nationalsozialismus und zum Teil auch in der Bundesrepublik wird im öffentlichen Diskurs und in der Erinnerungskultur nicht in ausreichendem Maße thematisiert. Wir sollten uns als Grüne dafür einsetzen, dass diese Geschichten für alle Opfergruppen sichtbarer werden.
In Zeiten, in denen CSDs von rechten und islamistischen Gruppierungen oder Einzelpersonen bedroht oder gar angegriffen werden und von Ableismus betroffene Personen zunehmend Exklusion ausgesetzt sind, sollte der Kampf gegen Ableismus und Queerfeindlichkeit explizit aufgeführt werden.