Die Bekämpfung von Antisemitismus ist eine zentrale und unverhandelbare Aufgabe unserer Partei und unserer Demokratie. Um diesen Kampf jedoch glaubwürdig und effektiv zu führen, müssen wir eine klare Trennung zwischen echtem Judenhass und legitimer politischer Kritik an der Regierung des Staates Israel ziehen.
In der aktuellen politischen Debatte beobachten wir zunehmend, dass der Antisemitismus-Vorwurf instrumentalisiert wird, um politische Auseinandersetzungen zu beenden und berechtigte Kritik an staatlichem Handeln im Keim zu ersticken. Wenn Kritik an einer Regierung pauschal als Antisemitismus geframed wird, diskreditiert dies nicht nur die betroffenen Personen, sondern verwässert zudem die Definition von Antisemitismus selbst. Dies schadet letztlich dem Schutz jüdischer Mitbürger*innen, da der Fokus von tatsächlichem Hass und Gewalt weg auf politische Differenzen gelenkt wird.
Mit dieser Ergänzung stellen wir klar, dass wir uns sowohl für den Schutz jüdischen Lebens als auch für eine freie, demokratische Diskussionskultur einsetzen. Wir wollen verhindern, dass ein Vorwurf, der eine der schwersten Formen von Menschenfeindlichkeit beschreibt, als parteipolitisches Instrument zur Diskreditierung politischer Gegner*innen missbraucht wird. Nur durch diese Präzision bleiben wir unseren Werten der Offenheit und der Menschenrechte treu.