Unsere Gesellschaft wird älter. Umso wichtiger ist es, ältere Menschen nicht vor allem unter den Gesichtspunkten von Pflege, Gesundheit und Versorgung zu betrachten. Sie gestalten unsere Gesellschaft aktiv mit – in Familien, Nachbarschaften, Vereinen, Initiativen, Kommunen und im Ehrenamt. Ihre Erfahrungen, ihr Wissen und ihr Engagement sind für unser Zusammenleben von großer Bedeutung.
Dennoch werden ältere Menschen bei politischen Entscheidungen und gesellschaftlichen Veränderungen nicht immer ausreichend beteiligt. Altersdiskriminierung und fehlende Mitwirkungsmöglichkeiten können ihre Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe einschränken. Deshalb wollen wir insbesondere kommunale Seniorenvertretungen stärken und ältere Menschen frühzeitig in Planungs- und Entscheidungsprozesse einbeziehen.
Eine weitere Herausforderung ist die zunehmende Digitalisierung. Digitale Angebote können den Alltag erleichtern und neue Möglichkeiten der Teilhabe eröffnen. Gleichzeitig dürfen Menschen nicht von wichtigen Informationen, öffentlichen Leistungen oder Beratungsangeboten ausgeschlossen werden, weil sie digitale Angebote nicht nutzen können oder wollen. Deshalb brauchen wir Unterstützung beim Erwerb digitaler Kompetenzen und dauerhaft erreichbare analoge Zugangswege.
Der Programmentwurf stärkt demokratische Beteiligung und Mitbestimmung, berücksichtigt die besonderen Anforderungen an gesellschaftliche und politische Teilhabe im Alter bislang jedoch nicht ausdrücklich. Mit diesem Änderungsantrag ergänzen wir diese Perspektive.
Demokratische Mitbestimmung darf keine Altersgrenze kennen. Ältere Menschen wollen nicht nur, dass Politik für sie gemacht wird. Sie wollen mitentscheiden.