| Veranstaltung: | Landesdelegiertenkonferenz 20./21. Juni 2026 in Troisdorf |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 8. Verschiedenes |
| Antragsteller*in: | Anja Beiers (KV Warendorf) |
| Status: | Unterstützer*innen sammeln (Berechtigung: Ausgewählte Gruppen) |
| Angelegt: | 08.05.2026, 20:14 |
Psychische Gesundheit in NRW: Prävention verbindlich machen – Landespsychiatrieplan konkretisieren
Antragstext
Die Landesdelegiertenkonferenz fordert die Landtagsfraktion auf, sich für die
sukzessive Umsetzung der folgenden Maßnahmen einzusetzen und in den Dialog mit
der Landesregierung einzubringen.
- Prävention verbindlich verankern
Der Landespsychiatrieplan ist um messbare Landesziele zu ergänzen,
insbesondere für:- Kinder und Jugendliche: Flächendeckende Programme zur
Resilienzstärkung in Kitas und Schulen (Kap. 2.1). - Suizidprävention: Ausbau von Krisendiensten mit einheitlicher
Rufnummer (analog 116117, Kap. 5.2).
- Kinder und Jugendliche: Flächendeckende Programme zur
- Zentrale Koordinierungsstelle beim LfGA einrichten
Eine Landeskoordinierungsstelle psychische Gesundheit soll:- Landesweite Mindeststandards entwickeln (z. B. für GPV,
Krisendienste). - Kommunale Umsetzung begleiten und jährlich berichten.
- Daten zum Grad der Erreichung messbarer Landesziele und zu
Versorgungslücken bündeln.
- Landesweite Mindeststandards entwickeln (z. B. für GPV,
- Gesundheitsämter als regionale Schnittstellen stärken
- Verpflichtende Einrichtung einer Präventionskoordination in den
Gesundheitsämtern mit Aufgabe der Bildung eines
Präventionsnetzwerkes- Kommunale Präventionsketten für Kinder/Jugendliche
- Familien: Angebote für Kinder psychisch erkrankter Angehöriger
ab Diagnose (Kap. 2.1). - Finanzielle Absicherung für präventive Aufgaben z. B.
Gruppeninterventionen - Vernetzung mit Schulen, Jugendhilfe, Sport- und sonstigen
Vereinen zur Freizeitgestaltung. - Enge Zusammenarbeit mit Gemeindepsychiatrischen Verbünden
(GPV)
- Verpflichtende Einrichtung einer Präventionskoordination in den
- Aktive Hilfevermittlung in Schulen verbindlich regeln
- Landesweite Standards für niedrigschwellige Erstgespräche und
Lotsenwege in Hilfesysteme. - Fortbildungen für Lehrkräfte zu psychischer Gesundheit (z. B.
Essstörungen, Kap. 4.1). - Prüfung von Schulgesundheitsfachkräften (Kap. 2.1).
- Landesweite Standards für niedrigschwellige Erstgespräche und
- Flächendeckende Krisendienste und Trauma-Ambulanzen einführen
- Ausbau von Krisendiensten mit aufsuchenden Angeboten (Kap. 5.2).
- Trauma-Ambulanzen für Gewaltopfer (Kap. 5.1) flächendeckend
sicherstellen.
- Partizipation stärken
- Verbindliche Einbindung von Betroffenen in alle Gremien (z. B.
Landesfachbeirat Psychiatrie, Kap. 1.2). - Ausbau von Recovery-Colleges und Peer-Beratung (Kap. 2.2).
- Verbindliche Einbindung von Betroffenen in alle Gremien (z. B.
Begründung
Psychische Erkrankungen nehmen in NRW dramatisch zu: 22 % der Kinder und Jugendlichen zeigen psychische Auffälligkeiten (COPSY-Studie 2024), die Suizidzahlen steigen (1.631 Fälle 2023), und die Krisen dieser Zeit verschärfen die Belastungen weiter. Der neue Landespsychiatrieplan NRW 2025 und das PsychKG setzen in der Versorgung wichtige Akzente – etwa bei Gemeindepsychiatrischen Verbünden (GPV), Krisendienstmodellen oder Suizidprävention. Der Landespsychiatrieplan NRW bleibt aber bei Prävention, verbindlicher Umsetzung und kindzentrierten Ansätzen zu vage.
Jetzt wo die sich abzeichnenenden Kürzungen der Bundesregierung in ihren Auswirkungen nur erahnen lassen, müssen wir aktiv für die Menschen in NRW gegensteuern. Wir GRÜNE NRW fordern daher konkrete Schritte, um das Hilfesystem früher, näher und verbindlicher zu gestalten.
Der Landespsychiatrieplan NRW ist eine strategisch und inhaltlich richtige Ausrichtung für eine präventive Versorgung der psychischen Gesundheit.
Feststellungen
- Der Landesplan erkennt die Bedeutung von Prävention und Vernetzung an (Kap. 2.1, 3.1), benennt aber keine messbaren Ziele oder Zeitpläne.
- Gesundheitsämter und GPV sollen gestärkt werden, doch fehlen verbindliche Standards für die inhaltliche Ausgestaltung von GPV, um flächendeckend in NRW deren Qualität sicherzustellen.
- Schulen und Kitas werden als zentrale Orte der Früherkennung genannt (Kap. 2.1), doch gibt es keine landesweiten Standards für aktive Hilfevermittlung.
- Krisendienste und Suizidprävention (Kap. 5.2) bleiben modellhaft – eine flächendeckende Einführung ist überfällig.
Mit einer operativen Umsetzung auf Landesebene wird das Gesundheitssystem langfristig entlastet und trägt zu einer Steigerung der Resilienz bei.
Wir lassen die Menschen in NRW nicht im Regen stehen, erst Recht nicht wenn die Bundesregierung bei den vulnerabelsten Gruppen die Versorgung weiter einschränkt.
Unterstützer*innen
- Stephanie Holtmann (KV Warendorf)
- Anja Weiligmann (KV Warendorf)
- Jürgen Blümer (KV Warendorf)
- Bernhard Meyer (KV Warendorf)
- Lena Poos (KV Warendorf)
- Josef Messing (KV Warendorf)
- Vassiliki Stadimos (KV Bochum)
- Ingrid Schley (KV Minden-Lübbecke)
- Holger Wenner (KV Warendorf)
- Lea Bergmann (KV Mettmann)
- Ilona Schäfer (KV Wuppertal)
- Philipp Mathmann (KV Münster)
- Kirsten Grunewald-Poch (KV Warendorf)
- Isabelle Drilling (KV Warendorf)
- Hildegard Termühlen (KV Warendorf)
- Silvia Gora (KV Warendorf)