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            <title>Landesparteirat GRÜNE NRW am 16. April 2023 in Herne: Anträge</title>
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                <title>Landesparteirat GRÜNE NRW am 16. April 2023 in Herne: Anträge</title>
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                        <title>ZU-01NEU: Zusammen das Beste geben: Mit Qualifikation, Teilhabe und Einwanderung mehr Fachkräfte gewinnen</title>
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                        <author>Landesparteirat (dort beschlossen am: 16.04.2023)</author>
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                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Fach- und Arbeitskräftemangel in Nordrhein-Westfalen ist keine branchenspezifische, sondern eine branchenübergreifende Herausforderung, die von der Pflege und dem Gesundheitswesen, über die Industrie und die Unternehmen, das Handwerk bis hin zu den Sozial-, Lehr- und Erziehungsberufen sowie der öffentlichen Verwaltung und Justiz nahezu jeden Bereich betrifft. Der Fachkräftemangel ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Denn er betrifft viele systemkritische und lebenswichtige Leistungen der Daseinsvorsorge.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Mangel an Fach- und Arbeitskräften ist bereits jetzt deutlich spürbar. In NRW fehlen schon heute über 400.000 Fachkräfte – überwiegend aus dem Bereich der beruflich Qualifizierten. Bis zum Jahr 2030 werden es schon über 700.000 fehlende Fachkräfte in NRW sein. Die Situation wird sich in den nächsten Jahren verschärfen, wenn wir nicht jetzt mittel- und langfristige Maßnahmen ergreifen. Die Gründe für den Fachkräftemangel sind vielfältig: der demografische Wandel und der Trend zur Akademisierung, der nicht immer den tatsächlichen Bedarf des Arbeitsmarktes und die Bedürfnisse der Menschen selbst widerspiegelt, sind wesentliche Gründe dafür.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Schon heute führt der Fach- und Arbeitskräftemangel zu großen Herausforderungen in den verschiedenen Sektoren und besonders im ländlichen Raum. Der Fachkräftemangel hat sich in den Sozial-, Erziehungs- und Lehrberufen dramatisch verschärft und hat dabei unweigerlich Auswirkungen auf die Qualität der pädagogischen Arbeit. Das Fachkräftedefizit in den Sozialberufen gefährdet nicht nur das sichere Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen, etwa durch fehlendes Personal in den Kitas, in der offenen Kinder- und Jugendarbeit und in der Jugendhilfe, sondern auch die individuelle Chancengerechtigkeit insbesondere von Kindern und Jugendlichen, die auf hochwertige Angebote in Bildung, Erziehung und Betreuung angewiesen sind. Für die Betreuung von Geflüchteten, die Schutz und Unterstützung benötigen, braucht es zusätzlich ausreichend und gut qualifiziertes Personal. Fehlende Fachkräfte in den Erziehungsberufen bedeuten weniger Kita-Plätze, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unmöglich oder zu einem regelmäßigen aufreibenden Drahtseilakt werden lassen – was wiederum zur Folge hat, dass in anderen Bereichen Fachkräfte fehlen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein Mangel an Ärzt*innen auf dem Land macht die Wege weit und gefährdet dort die Daseinsvorsorge insbesondere für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen. Gleichermaßen stellen Engpässe in den Pflegeberufen eine alternde Gesellschaft vor große Herausforderungen und erschweren die Vereinbarkeit von Beruf und Sorgearbeit. Der Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst, ob in der Verwaltung, der Justiz, in den Jobcentern, im Schuldienst, in den Krankenhäusern, Rettungsdiensten oder der Feuerwehr und Polizei, hat massive Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit und Daseinsvorsorge der Menschen und des Staates. Förderverfahren, Hilfen und Zuschüsse können nur von einer personell ausreichend ausgestatteten Verwaltung erfüllt werden. Wir alle profitieren davon, wenn Förderanträge schneller bearbeitet werden, aber insbesondere für Menschen, die ihn dringend benötigen, ist es eine existenzielle Frage, ob beispielsweise ihr Wohngeldantrag zeitnah bewilligt oder ihnen rechtzeitig eine Aufenthaltsgenehmigung ausgestellt wird. Der Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst schränkt schon heute die Handlungsfähigkeit der Behörden ein, was unausweichliche Auswirkungen auf die Qualität und Quantität der Arbeit und das gemeinschaftliche Zusammenleben hat.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In der Wirtschaft und Industrie belastet der Fach- und Arbeitskräftemangel fast die Hälfte der Unternehmen. So erschwert der Mangel in der Logistik die pünktliche Belieferung mit Rohstoffen und Vorarbeit der Industrie. Der Mangel an Fachkräften im Handwerk bremst die Energie-, Bau-, Verkehrs- und Wärmewende aus, beispielsweise beim Zubau erneuerbarer Energien, bei der energetischen Sanierung unserer Gebäude oder dem Umbau unserer Verkehrsinfrastruktur. Wir GRÜNE NRW sehen im Handwerk einen zentralen Verbündeten für den Klimaschutz, genügend und gut geschulte Handwerker*innen sind für die Erfüllung der Klimaschutzziele unabdingbar.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Je mehr Fachkräfte wegfallen und nicht nachkommen, desto mehr lastet die viele Arbeit und der Druck auf den Schultern einiger Weniger, die im Beruf geblieben sind – womit wiederum das Risiko steigt, dass auch diese verbliebenen Arbeitskräfte erschöpft den Beruf verlassen. Der Fachkräftemangel ist also nicht nur eine Bedrohung für den Wohlstand unseres Landes, er ist auch für die Menschen in unserem Land ein Risikofaktor. Klar ist, nicht nur für das Meistern der Transformation zu klimaneutralem Wohlstand braucht es genügend und gut qualifizierte Fachkräfte, sondern auch für eine starke soziale Infrastruktur, die in diesem Transformationsprozess einer Verschärfung von sozialen Ungleichheiten entgegenwirkt. In allen Bereichen gehen die Beschäftigten nach wie vor bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit – und darüber hinaus – und leisten großartige und hochmotivierte Arbeit. Diese Menschen werden wir nicht allein lassen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Fachkräftepotenzial wecken</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>NRW braucht viele und gut qualifizierte Fachkräfte – für ein gut funktionierendes Sozial-, Bildungs- und Gesundheitssystem, für eine nachhaltige und am Gemeinwohl orientierte Wirtschaft, für nachhaltigen Wohlstand, für Lebensqualität, Biodiversität und Klimaschutz. Um den Fachkräftemangel zu bekämpfen, bedarf es eines ganzheitlichen Ansatzes. Wir GRÜNE NRW wollen das Fachkräftepotenzial in NRW wecken. Dafür starten wir eine Fachkräfteoffensive, denn nur mit offensiven Maßnahmen lässt sich das Problem dauerhaft und somit nachhaltig lösen. Dabei adressieren die folgenden fünf Lösungsansätze den Fachkräftemangel aus den verschiedensten Bereichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>So wollen Bündnis 90/Die Grünen NRW das Fach- und Arbeitskräftepotenzial in NRW wecken:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Erwerbspotenziale wirksamer heben.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Einwanderung von Fachkräften aus dem Ausland durch ein modernes Einwanderungsrecht ermöglichen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Berufliche Ausbildung stärken.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Weiterbildung und Seiteneinstieg fördern.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Arbeitsplätze attraktiver machen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h4><strong>Chancen am Arbeitsmarkt für Alle schaffen</strong></h4></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In NRW gibt es viel Potenzial, um die Erwerbsbeteiligung zu erhöhen: Eltern in der Familienphase, Alleinerziehende, Menschen, die Angehörige pflegen, Menschen mit Behinderung und Menschen mit Einwanderungsgeschichte. In der überwiegenden Zahl sind es Frauen, die für die Betreuung der Familie oder die Pflege der Angehörigen in der Erwerbsarbeit kürzertreten und unbezahlte Sorgearbeit leisten. Das führt dazu, dass sie in ihrem Erwerbsleben weniger verdienen, sich weniger beruflich entfalten können und sich das Risiko für Altersarmut erhöht. Wir GRÜNE NRW erkennen an, dass vor allem Frauen durch eine mangelnde Vereinbarung von Care-Arbeit und Beruf massive Nachteile erleiden, die wir entschieden bekämpfen wollen. Viele möchten (wieder) in ihren alten Beruf einsteigen oder mittels Quereinstiegs einen neuen Beruf bestreiten. Andere wiederum möchten eine Aufstockung ihrer Arbeitsstunden. Wir müssen diejenigen entlasten, die unter der Belastung leiden, Beruf und Care-Arbeit gleichzeitig zu stemmen und sie in ihrer beruflichen Laufbahn unterstützen. Die Vereinbarkeit von Sorgearbeit und Beruf kann nur dann vollständig und zufriedenstellend funktionieren, wenn bürokratische Hürden und systematische Benachteiligungen beendet werden. Auf Landesebene braucht es hierfür eine starke Infrastruktur für Vereinbarkeit durch ausreichend Betreuungsplätze und qualitative, flexible Kinderbetreuung. Die Lage in den Kindertageseinrichtungen, den stationären Jugendhilfeeinrichtungen und Krankenhäusern ist zum jetzigen Zeitpunkt zum Teil dramatisch. Besonders deshalb bedarf es in diesem Sektor ganzheitliche, zukunftsgewandte Lösungsansätze. Zudem müssen Unternehmen dabei unterstützt werden, flexible Arbeitszeitmodelle – wo möglich – anzubieten, damit sich Mitarbeiter*innen nicht entscheiden müssen, ob sie sich um ein Familienmitglied kümmern oder Erwerbsarbeit leisten. Care-Arbeit wird überdurchschnittlich von Frauen ausgeführt, die hierfür nicht entlohnt werden. Diese Aufteilung ist nicht fair und es braucht hier ein gesellschaftliches Umdenken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das Fachkräftepotenzial müssen wir auch für die bereits hier lebenden Menschen mit Einwanderungsgeschichte heben, indem wir die Anerkennung von ausländischen Abschlüssen verbessern und Menschen einen fairen Zugang entsprechend ihrer Kompetenz zum Arbeitsmarkt gewähren. Dabei gilt es auch strukturelle Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt und bei der Vermittlung von Arbeit zu bekämpfen, um Karrierewege zu eröffnen und Perspektiven zu geben. Die Fachkräfteoffensive erfordert nicht nur einen Blick ins Ausland, um Chancen aus der Zuwanderung zu nutzen.<br><br><strong>Fachkraft braucht Inklusion</strong><br><br>
Ein inklusiver Arbeitsmarkt in einer inklusiven Gesellschaft ist nicht nur die Forderung der UN-Behindertenrechtskonvention, sondern eine wichtige Säule bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels. Menschen mit Behinderungen und neurodivergente Menschen können dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Dazu braucht es ein Umdenken, um das große Potenzial zu heben, welches in diesen von Diskriminierung betroffenen Gruppen in NRW steckt. Eine wichtige Voraussetzung ist ein Bewusstseinswandel weg von der Defizitorientierung und hin zur Betrachtung des individuellen Profils aus Stärken und Schwächen eines jeden Menschen. Denn viele engagieren sich zwar ehrenamtlich, schaffen aber den Sprung oder die Rückkehr ins Erwerbsleben viel zu selten. Häufig sind sie von hoher Arbeitslosigkeit oder prekären Arbeitsbedingungen betroffen. Um noch mehr Menschen als qualifizierte Arbeitskräfte zu gewinnen, setzen wir uns für attraktive Arbeitsplätze mit fairer Entlohnung ein. Wir bauen Barrieren und Hürden ab, die Menschen mit Behinderungen und neurodivergenten Menschen, aber oft auch Unternehmen und Betrieben, die sie einstellen wollen, im Wege stehen. Hierfür müssen entsprechende Voraussetzungen geschaffen werden, wie vereinfachte Antragsverfahren und eine umfassend barrierearme Infrastruktur, vom Bildungssystem bis hin zu Verwaltung, Verkehr und ÖPNV. Denn eine selbstbestimmte Teilhabe aller Menschen am Arbeitsmarkt ist eine Voraussetzung für die Zukunft eines starken Wirtschaftsstandorts Nordrhein-Westfalen.<br><br><strong>So wollen wir von Bündnis 90/die Grünen das Fachkräftepotenzial für alle heben:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Ein Antidiskriminierungsgesetz für NRW zur Unterstützung von Diskriminierung betroffenen Menschen mit Behinderungen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Vermittlungsquote in den ersten Arbeitsmarkt aus den exkludierenden Werkstätten für behinderte Menschen steigern.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Breite Aufklärungskampagnen zum Abbau von Vorurteilen und falschen Klischees sowie erfolgreiche lokale Projekte auf ganz NRW ausweiten.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Mehr spezialisierte Arbeitsvermittlung, Beratung und Begleitung, sowie gezielte Weiterbildungen der zuständigen Mitarbeiter*innen von Behörden und Bildungsträgern.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Beratung und Unterstützung für behinderte Menschen, die sich selbstständig machen wollen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Fachkraft braucht Bildung: Für ein starkes und faires Bildungsland NRW</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir müssen auf dem Arbeitsmarkt jüngeren Generationen Chancen ermöglichen. Das beginnt mit der frühkindlichen Bildung, benötigt auch einen sicheren Schulabschluss und geht mit einer erfolgreichen beruflichen Ausbildung weiter. Mit einem Schulabschluss ist die Chance, einen Ausbildungsplatz zu bekommen, deutlich größer. Zehntausende verlassen die Schulen in NRW ohne Schulabschluss – das werten wir als staatlichen Misserfolg; weitere junge Menschen bringen ihre Ausbildung nicht zu Ende. Wir brauchen mehr individuelle Hilfsangebote, aber vor allem mehr Chancen, die sich durch jeden Schul- und Ausbildungsabschluss ergeben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir von Bündnis 90/Die Grünen NRW wollen:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>uns auf Landesebene dafür einsetzen, dass mehr Möglichkeiten für bezahlte Praktika geschaffen werden. Denn wer ohne finanzielle Not die Möglichkeit bekommt, sich in verschiedenen Berufen zu orientieren, erweitert seine eigenen Kompetenzen und hat mehr Möglichkeiten zur beruflichen Orientierung.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>umfangreichere Beratung für Menschen mit Behinderung über die Alternativen zur Werkstatt für behinderte Menschen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>gendersensible Berufsorientierung stärken, um das Berufswahlspektrum zu vergrößern, Orientierungstage und Praxisabschnitte verstärkter fördern.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>es für Unternehmen attraktiver machen mit Unterstützungsprogrammen von Berufskammern, wie beispielsweise IHKn und HWKn, Bildungseinrichtungen oder, auf Grundlage des Qualifizierungschancengesetzes, auch Menschen mit einem geringeren Bildungsabschluss durch Aus- und Weiterbildung eine berufliche Zukunft zu bieten.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>dort, wo staatliches Geld ausgegeben wird, z. B. bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen, gilt es besonders Gerechtigkeitsaspekte wie Ausbildung und Behinderung zu berücksichtigen und dadurch die Fachkräftegewinnung zu stärken.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>mehr niedrigschwellige Beratungen in den Schulen zur Prävention von psychischen Belastungssituationen ermöglichen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>den Fokus auf schulabstinente Jugendliche verstärken und vermehrt Programme zur Reintegration in den Schulalltag entwickeln und unterstützen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h4><strong>Ein modernes Einwanderungsrecht ermöglichen</strong></h4></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>NRW ist seit Jahrzehnten ein Einwanderungsland. Von dieser Einwanderung profitieren wir auf vielfältige Weise. Um dem Fachkräftemangel zukünftig zu begegnen, sind wir so auch auf Zuwanderung noch stärker angewiesen. Damit sich NRW als attraktiver Standort für Fachkräfte aus dem Ausland positioniert, ist eine gesamtgesellschaftliche Wertschätzung unserer neuen Mitbürger*innen besonders wichtig. So müssen wir ein modernes Einwanderungsrecht schaffen. Dazu gehört eine unbürokratische und beschleunigte Anerkennung ausländischer Abschlüsse und Berufsqualifikationen, ohne geltende Qualitätsstandards einzubüßen. Wir begrüßen daher die Bemühungen der Bundesregierung, etwa durch das Fachkräfteeinwanderungsgesetz, die Erwerbsmigration zu vereinfachen und Deutschland für ausländische Fachkräfte attraktiv zu machen. Flächendeckende, leicht zugängliche und zielgruppenspezifische Sprach- und Integrationskurse sind der Schlüssel für die schnelle Eingliederung in den Arbeitsmarkt. Insbesondere Sprachkurse, die in enger Verzahnung mit der jeweiligen Arbeitsstelle angeboten werden, unterstützen nicht nur die schnelle Eingliederung in das Unternehmen, sondern vereinfachen auch das Ankommen<em>. </em>Der Familienzuzug muss zudem unkompliziert möglich sein. Darüber hinaus sind gut ausgestattete Migrationsberatungsstellen entscheidend.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Geduldeten Menschen soll der Abschluss eines Ausbildungsvertrags sowie der Einstieg auf dem Arbeitsmarkt selbst erleichtert werden. Wir GRÜNE NRW sehen in der 3+2-Regelung des Aufenthaltsgesetzes ein wichtiges Instrument, um geduldeten Menschen einen gesicherten Aufenthaltsstatus für die Zeit der Ausbildung zu geben und zunächst für die darauffolgenden zwei Jahre der Beschäftigung, um in den erlernten Beruf einzusteigen. Mit der 3+2-Regelung geben wir nicht nur Menschen mit Duldung die nötige Sicherheit, ihre Ausbildung in Ruhe abzuschließen und ins Berufsleben zu starten, sondern auch den Handwerksbetrieben und mittelständischen Unternehmen Gewissheit, dass sie nicht mit dem plötzlichen Verlust der neu eingestellten Mitarbeiter*innen rechnen müssen. Der sogenannte „Spurwechsel“ ist damit nicht nur aus humanitären Gründen richtig, sondern auch aus volkswirtschaftlichen Gründen notwendig.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir von Bündnis 90/Die Grünen NRW wollen:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>das Fachkräfteeinwanderungsgesetz der Bundesregierung gut in NRW umsetzen und dafür die notwendigen Strukturen schaffen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>ein flächendeckendes Angebot von Sprach- und Integrationskursen - insbesondere durch das BAMF - in der Stadt und auf dem Land schaffen. Insbesondere bei Kursen der berufsbezogenen Sprachförderung wollen wir prüfen, wo die verschiedenen Spezialkurse für bestimmte Berufsgruppen in enger Kooperation mit dem Arbeitsmarkt verzahnt werden können, um einen Praxisbezug und Kontakte zu Unternehmen und Einrichtungen herzustellen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>uns für eine volle Ausschöpfung und Stärkung der 3+2-Regelung des Aufenthaltsgesetzes einsetzen, um Menschen mit Duldung und Unternehmen eine klare Perspektive zu geben.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>den Spurwechsel im Aufenthaltsrecht ermöglichen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>dass neben Abschlüssen und Berufserfahrungen von Geflüchteten bereits auch deren Kompetenzen durch das Ermöglichen von Probearbeit frühzeitig erfasst werden und Hilfe bei der Anerkennung dieser geleistet wird<strong>.</strong></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h4><strong>Berufliche Ausbildung stärken</strong></h4></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir brauchen eine moderne und leistungsfähige Berufsausbildung, damit die Sozial- und Gesundheitswirtschaft, die Unternehmen, das Handwerk und der öffentliche Dienst wettbewerbs- und handlungsfähig bleiben. Dafür müssen wir weiterhin alle nötigen Maßnahmen ergreifen, um die Berufsausbildung wieder attraktiver zu machen. Eine Fachkräfteoffensive geht nicht ohne eine Ausbildungsoffensive. Allein in NRW waren im letzten Jahr 17.000 junge Menschen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz, 40.000 junge Menschen waren in Übergangsprogrammen. Wir GRÜNE NRW wollen allen jungen Menschen eine sichere Perspektive bieten, daher setzen wir uns für eine Lösung ein, die es allen jungen Menschen ermöglicht, einen vollwertigen Berufsabschluss zu erreichen. Der Rechtsanspruch auf eine Ausbildung auf Bundesebene ist hier ein guter Anfang. Sollten sich Lücken in der Ausbildungsgarantie ergeben, werden wir prüfen wie wir als Land gegensteuern können. Auf Bundesebene und auf Landesebene machen wir uns dafür stark, dass mehr Unternehmen Ausbildungsplätze bereitstellen. Wir wollen die Beratung von klein und kleinst Unternehmen bei der Bereitstellung von Ausbildungsplätzen fördern. Gerade für die schulische Ausbildung in Bereichen des akuten Fachkräftebedarfs, wie den Erziehungs- sowie Gesundheits- und Pflegeberufen, dürfen keine zusätzlichen finanziellen Lasten entstehen. Wir GRÜNE NRW stehen weiterhin für die Schulgeldfreiheit vollzeitschulischer Berufsausbildung und eine faire Vergütung. Hierfür gilt es, die tarifliche Bindung in der beruflichen Ausbildung zu stärken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zudem sind potenzielle Vorurteile gegenüber der beruflichen Ausbildung abzubauen. Kinder aus Akademiker*innenhaushalten machen seltener eine Berufsausbildung. Erst wenn das Bild der Gesellschaft geradegerückt ist, werden wir das Fachkräftepotenzial heben. Die Ausbildung ist eine Bildungsbiografie erster Klasse.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Damit das deutlich wird, müssen Schüler*innen an allen Schulformen über die Chancen und Vorteile einer Berufsausbildung informiert werden, natürlich auch an Gymnasien. Wir GRÜNE NRW tragen als Partei die Aufgabe, ein gesamtgesellschaftliches Umdenken anzustoßen und die gesellschaftliche Akzeptanz durch geeignete Maßnahmen zu stärken. Denn fest steht: Gerade die berufliche Bildung eröffnet Chancen auf attraktive Karrieren, Handwerk hat goldenen Boden. Auch in der Wirtschaft muss es hier ein Umdenken geben, denn nicht für jeden Beruf muss man zwingend studiert haben. Für GRÜNE NRW gilt: Berufliche und akademische Bildung ist gleichwertig! Ein wichtiger Impuls, dies Realität werden zu lassen, ist die klare Verständigung im Koalitionsvertrag mit der CDU NRW, die Anerkennung der Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung im Rahmen des Deutschen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen (DQR) verbindlich zu machen. Gleichwertigkeit äußert sich auch in den Kosten, daher ist es das Ziel, die Kosten der Meisterausbildung für die Teilnehmer*innen deutlich zu senken. Am Ende muss die Kostenfreiheit für die Teilnehmer*innen der Weiterbildung zum Meister sowie zu gleichgestellten Weiterbildungen stehen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir von Bündnis 90/Die Grünen NRW wollen:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>mehr Ausbildungsbotschafter*innen an die Schulen bringen, die die Schüler*innen aller Schulformen über persönliche Erfahrungen einer dualen Ausbildung informieren, Austausch auf Augenhöhe bieten und Neugierde wecken.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>eine Anpassung der Ausbildungsrahmenpläne über das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) mit Blick auf Fähigkeiten der zukünftigen Arbeitswelten.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>das Erfolgsmodell „Kein Abschluss ohne Anschluss“ weiterentwickeln und für Jugendliche mit besonderem Unterstützungsbedarf anpassen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Azubiwohnheime aus-und barrierefrei umbauen und die Möglichkeit zur Teil- und Teilzeitausbildung erhöhen, den Zugang zu BaFöG erleichtern um die berufliche Ausbildung für mehr Menschen realisierbar zu machen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>die Finanzierung außerbetrieblicher und schulischer Ausbildungszentren stärken und Bildungsorte modernisieren.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>eine größere Unterstützung von überbetrieblichen Ausbildungszentren in Zusammenschluss von Unternehmen, gerade für kleinere Unternehmen, um Ausbildung auch dort besser zu ermöglichen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>prüfen, wie in Mangelberufen Ausbildungs- und Studienplatzkapazitäten erhöht werden können.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Fachklassen auch dann regional durch flexible Lösungen zu sichern, wenn die Mindestschülerzahl nicht erreicht wird, um lange Wege zur Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU) und Berufsschulen und -kollegs zu vermeiden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h4><strong>Arbeit anpackbar machen</strong></h4></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Vor dem Hintergrund der Transformation hin zur ersten klimaneutralen Industrieregion Europas, werden Weiterbildung, Umschulung und Seiteneinstieg zentrale Rollen bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels zukommen. Die Arbeitsfelder vieler Berufe wandeln sich schon heute stark durch Dekarbonisierung und Digitalisierung. Für die Menschen ist Weiterbildung ein zentrales Mittel, um erwerbsfähig zu bleiben und nicht durch technischen Fortschritt und den Strukturwandel abgehängt zu werden. Wo für die einen die Weiterbildung zur Notwendigkeit wird, verspüren die anderen den freiwilligen Wunsch nach beruflicher Weiterentwicklung ihrer Fähigkeiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Seiteneinstieg bietet Chancen, dem Wunsch nach beruflicher Neuorientierung nachzukommen oder auf persönliche Umbrüche reagieren zu können und weiterhin erwerbsfähig zu bleiben. In allen Berufsbereichen, in denen akuter Fachkräfte- und Arbeitskräftemangel herrscht, und besonders in den Sozial-, Erziehungs- und Pflegeberufen, wollen wir prüfen, durch welche weiteren akademischen und nicht-akademischen Abschlüsse wir Quer- und Seiteneinsteiger*innen gewinnen. Weiterbildung ist ein Zeichen der Stärke, der Wechsel in Arbeitsbiografien die neue Normalität.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir von Bündnis 90/Die Grünen NRW wollen:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>bei den essenziellen Branchen für unseren Strukturwandel eine Informationskampagne für mehr Weiterbildung und Umschulungsmöglichkeiten starten und eine größere finanzielle Unterstützung ermöglichen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>die Fördermöglichkeiten der Agentur für Arbeit, der Jobcenter (und damit des Bürgergeldes) und anderen Leistungsträgern von Weiterbildungen, wie der Deutschen Rentenversicherung bei Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, nutzen, um mehr Menschen eine Weiterbildung zu ermöglichen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>prüfen, welche akademischen und nicht-akademischen Abschlüsse in den verschiedenen Sektoren einen Quer- und Seiteneinstieg möglich machen können.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>mehr modularisierte Ausbildungsformen stärken und Anrechenbarkeit von bereits erbrachten Leistungen berücksichtigen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h4><strong>Arbeitsplätze attraktiver machen</strong></h4></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das Fachkräftepotenzial können wir nur wecken, wenn Erwerbstätige gute und an ihren Bedürfnissen und Anforderungen angepasste Arbeitsbedingungen auf dem Arbeitsmarkt vorfinden. Zukunftsfeste Jobs, tarifliche Bezahlung, flexible Arbeitszeiten, Teilzeit, Barrierefreiheit, Aufstiegsmöglichkeiten und guter Arbeits- und Gesundheitsschutz sind hierfür essenzielle Rahmenbedingungen. Dabei bietet die in so vielen Bereichen unserer Gesellschaft zwingend notwendige Transformation große Chancen für die Unternehmen, nicht nur ihr Geschäftsmodell zukunftsfähig aufzustellen, sondern in Zeiten des Fachkräftemangels vor allem eine Chance attraktive Arbeitsplätze bieten zu können. Wir GRÜNE NRW wollen hierzu weiterhin im engen Austausch mit den Arbeitnehmer*innenverbänden, den Gewerkschaften sowie den Unternehmen stehen. Zusätzlich müssen wir Unterstützungsmaßnahmen ausbauen, um die Fachkräfte zu halten, die in den betroffenen Bereichen bereits arbeiten. In den Sozial- und Erziehungsberufen leistet der Einsatz der Alltagshelfer*innen bereits große Unterstützung. So sorgen wir nicht nur für neue Fachkräfte, sondern entlasten auch die, die bereits in dem Beruf tätig sind.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Nicht zuletzt müssen wir als Gesellschaft dazu beitragen, die Attraktivität der Berufe durch eine wertschätzende Haltung zu steigern. Die Corona-Pandemie hat uns stärker als je zuvor den essenziellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Stellenwert der Gesundheits-, Pflege-, Erziehungs- und Lehrberufen vor Augen geführt. Gleichzeitig wurde hier auch für alle sichtbar, welche strukturellen Schwierigkeiten in der Versorgung durch fehlende Arbeitskräfte in den Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen herrschen. In Zeiten des akuten Mangels an Handwerker*innen merkt spätestens jetzt jede*r, wie systemrelevant auch diese Berufszweige für das wirtschaftliche Gefüge und das Meistern der großen Transformationsaufgaben sind. Erst wenn wir diesen Berufsgruppen mehr gesellschaftliche Anerkennung zollen und gute Arbeitsbedingungen schaffen, werden sich – vor allem jüngere Menschen – verstärkter diese Berufszweige bei ihrer Berufswahl in Erwägung ziehen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Digitalisierung, KI und Robotik für die Menschen</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Digitalisierung, KI und Robotik hat das Potenzial den Fachkräftemangel zu reduzieren. Dabei geht es uns GRÜNEN NRW darum, Menschen von Arbeiten zu entlasten und zu unterstützen und nicht Menschen bei der Arbeit zu ersetzen. Digitalisierung und vor allem Künstliche Intelligenz kann von Routineaufgaben auch in Handwerksbetrieben entlasten, z. B. bei der Buchhaltung, Personalverwaltung oder der Angebotserstellung. Die Start-Up-Landschaft in NRW nimmt hierbei eine potenzielle Innovationsfunktion ein, die wir als Land unterstützen wollen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der digitale Produktpass wird für eingesetzte Materialien nicht nur Weiterverkauf und Recycling erleichtern, sondern erlaubt auch, in Bezug auf eingesetzte Produkte, informierte Entscheidungen zu treffen, z. B. zur Kompatibilität verschiedener Materialien.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Fortschritte im Bereich der Robotik bieten die Chance, körperlich anstrengende oder auch gefährliche Arbeiten zu erleichtern, sicherer zu machen oder sogar ganz abzunehmen und können so zu Gesundheit und Arbeitszufriedenheit von Handwerker*innen, Pflegenden oder Lagerist*innen beitragen. Um diese Vorteile nutzen zu können, ist eine Vermittlung notwendiger Kompetenzen in Aus- und Weiterbildung wichtig. Kooperationen zwischen Unternehmen, Handwerksbetrieben, Hochschulen und Forschungseinrichtungen tragen dazu bei, aktuelle Technologieentwicklungen zügig zum Einsatz in der Praxis zu bringen. Diese Kooperationen wollen wir als Land NRW unterstützen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir von Bündnis 90/Die Grünen NRW wollen:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>wo möglich und sinnvoll, die vorhandenen Fachkräfte in den verschiedenen Sektoren in ihrem Alltag durch individuelle Helfer*innenmodelle gezielt und dauerhaft verlässlich entlasten, etwa durch den Einsatz von Verwaltungsassistent*innen oder von Koordinierungsstellen in Kammern und/oder Innungen bei Antrags- und Förderungsstellung für die Unternehmen. Diese Möglichkeit wollen wir durch verpflichtende Weiterbildungsprogramme für Quereinsteiger*innen in den systemrelevanten Branchen ermöglichen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>das Kita-Helfer-Programm verstetigen, damit sich pädagogische Fachkräfte auf ihre pädagogische Arbeit konzentrieren können.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>gezielte Anreize schaffen, z. B. durch flexible Arbeitszeitmodelle, die sich an die diversen Lebenssituationen anpassen und Arbeitsplätze attraktiv machen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>uns dafür einsetzen, dass frauendominierte Berufe durch bessere Aufstiegs- und Weiterbildungsperspektiven gestärkt und durch eine bessere Bezahlung aufgewertet werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>ein Umdenken in der Gesellschaft anstoßen, etwa durch Imagekampagnen, um den systemrelevanten Berufszweigen die Anerkennung und Wertschätzung zu zollen, die ihnen gebührt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>den Präventionsaspekt in der täglichen Arbeit mehr in den Mittelpunkt stellen. Es muss gelingen die aktuellen Fachkräfte gesund in ihrem System zu halten, wiedereinzugliedern oder nach beispielsweise schwerwiegender Krankheit berufliche Alternativen zu bieten.</li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>erfolgt mündlich</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Tue, 18 Apr 2023 13:45:17 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>ZU-01: Zusammen das Beste geben: Mit Qualifikation, Teilhabe und Einwanderung mehr Fachkräfte gewinnen</title>
                        <link>https://gruene-nrw.antragsgruen.de/lpr23_01/motion/56726</link>
                        <author>Landesvorstand (dort beschlossen am: 29.03.2023)</author>
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                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Fach- und Arbeitskräftemangel in Nordrhein-Westfalen ist keine branchenspezifische, sondern branchenübergreifende Herausforderung, die von der Pflege, dem Gesundheitswesen, über die Industrie und die Unternehmen, das Handwerk bis hin zu den Sozial-, Lehr- und Erziehungsberufen sowie öffentliche Verwaltung und Justiz nahezu jeden Bereich betrifft. Der Fachkräftemangel ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Denn er betrifft viele systemkritische und lebenswichtige Leistungen der Daseinsvorsorge.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Mangel an Fach- und Arbeitskräften ist bereits jetzt deutlich spürbar. In NRW fehlen schon heute über 400.000 Fachkräfte – überwiegend aus dem Bereich der beruflich Qualifizierten. Bis zum Jahr 2030 werden es schon über 700.000 fehlende Fachkräfte in NRW sein. Die Situation wird sich in den nächsten Jahren verschärfen, wenn wir nicht jetzt mittel- und langfristige Maßnahmen ergreifen. Die Gründe für den Fachkräftemangel sind vielfältig: der demografische Wandel, die Digitalisierung, die Dekarbonisierung und der Trend zur Akademisierung, der nicht immer den tatsächlichen Bedarf des Arbeitsmarktes und die Bedürfnisse der Menschen selbst widerspiegelt, sind wesentliche Gründe dafür.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Schon heute führt der Fach- und Arbeitskräftemangel zu großen Herausforderungen in den verschiedenen Sektoren und besonders im ländlichen Raum. Der Fachkräftemangel hat sich in den Sozial-, Erziehungs- und Lehrberufen dramatisch verschärft und hat dabei unweigerlich Auswirkungen auf die Qualität der pädagogischen Arbeit. Das Fachkräftedefizit in den Sozialberufen gefährdet nicht nur das sichere Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen, etwa durch fehlendes Personal in den Kitas, in der offenen Kinder- und Jugendarbeit und in der Jugendhilfe, sondern auch die individuelle Chancengerechtigkeit insbesondere der Kinder und Jugendlichen, die auf hochwertige Angebote aus Bildung, Erziehung und Betreuung angewiesen sind. Für die Betreuung von Geflüchteten, die Schutz und Unterstützung benötigen, braucht es zusätzlich ausreichend und gut qualifiziertes Personal. Fehlende Fachkräfte in den Erziehungsberufen bedeuten weniger Kita-Plätze, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unmöglich oder zu einem regelmäßigen aufreibenden Drahtseilakt werden lassen – was wiederum zur Folge hat, dass in anderen Bereichen Fachkräfte fehlen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein Mangel an Ärzt*innen auf dem Land macht die Wege weit und gefährdet dort die Daseinsvorsorge. Gleichermaßen stellen Engpässe in den Pflegeberufen eine alternde Gesellschaft vor große Herausforderungen und erschweren die Vereinbarkeit von Beruf und Sorgearbeit. Der Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst, ob in der Verwaltung, der Justiz, in den Jobcentern, im Schuldienst, in den Krankenhäusern, Rettungsdiensten oder Feuerwehr und Polizei, hat massive Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit und Daseinsvorsorge der Menschen und des Staates. Förderverfahren, Hilfen und Zuschüsse können nur von einer personell ausreichend ausgestatteten Verwaltung erfüllt werden. Wir alle profitieren davon, wenn Förderanträge schneller bearbeitet werden, aber insbesondere für Menschen, die ihn dringend benötigen, ist es eine existenzielle Frage, ob beispielsweise ihr Wohngeldantrag zeitnah bewilligt oder ihnen rechtzeitig eine Aufenthaltsgenehmigung ausgestellt wird. Der Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst schränkt schon heute die Handlungsfähigkeit der Behörden ein, die unausweichliche Auswirkungen auf die Qualität und Quantität der Arbeit und das gemeinschaftliche Zusammenleben hat.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In der Wirtschaft und Industrie belastet der Fach- und Arbeitskräftemangel fast die Hälfte der Unternehmen. So erschwert der Mangel in der Logistik die pünktliche Belieferung mit Rohstoffen und Vorarbeit der Industrie. Der Mangel an Fachkräften im Handwerk bremst die Energiewende aus, sei es beim Einbau von Wärmepumpen, bei der Montage von Photovoltaikanlagen oder beim Aufbau von Windparks. Wir GRÜNE NRW sehen im Handwerk einen zentralen Verbündeten für den Klimaschutz, genügend und gut geschulte Handwerker*innen sind für die Erfüllung der Klimaschutzziele unabdingbar.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Je mehr Fachkräfte wegfallen und nicht nachkommen, desto mehr lastet die viele Arbeit und der Druck auf den Schultern ein paar Weniger, die im Beruf geblieben sind – womit wiederum das Risiko steigt, dass auch diese verbliebenen Arbeitskräfte erschöpft den Beruf verlassen. Der Fachkräftemangel ist also nicht nur eine Bedrohung für den Wohlstand unseres Landes, er ist auch für die Menschen in unserem Land ein Risikofaktor. Klar ist, nicht nur für das Meistern der Transformation zu klimaneutralem Wohlstand braucht es genügend und gut qualifizierte Fachkräfte, sondern auch für eine starke soziale Infrastruktur, die in diesem Transformationsprozess einer Verschärfung von sozialen Ungleichheiten entgegenwirkt. In allen Bereichen gehen die Beschäftigten nach wie vor bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit – und darüber hinaus – und leisten großartige und hochmotivierte Arbeit. Diese Menschen werden wir nicht allein lassen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Fachkräftepotenzial wecken</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>NRW braucht viele und gut qualifizierte Fachkräfte – für ein gut funktionierendes Sozial-, Bildungs- und Gesundheitssystem, für wirtschaftliches Wachstum und den Erhalt des Wohlstands und für konsequenten Klimaschutz. Um den Fachkräftemangel zu bekämpfen, bedarf es eines ganzheitlichen Ansatzes. Wir GRÜNE NRW wollen das Fachkräftepotenzial in NRW wecken. Dafür starten wir eine Fachkräfteoffensive, denn nur mit offensiven Maßnahmen lässt sich das Problem dauerhaft und somit nachhaltig lösen. Dabei adressieren die folgenden fünf Lösungsansätze den Fachkräftemangel aus den verschiedensten Bereichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>So wollen Bündnis 90/Die Grünen NRW das Fach- und Arbeitskräftepotenzial in NRW wecken:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Erwerbspotenziale wirksamer heben.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Einwanderung von Fachkräften aus dem Ausland durch ein modernes Einwanderungsrecht ermöglichen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Berufliche Ausbildung stärken.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Weiterbildung und Seiteneinstieg fördern.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Arbeitsplätze attraktiver machen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h4><strong>Chancen am Arbeitsmarkt für Alle schaffen</strong></h4></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In NRW gibt es viel Potenzial, um die Erwerbsbeteiligung zu erhöhen: Eltern in der Familienphase, Alleinerziehende, Menschen, die Angehörige pflegen und Menschen mit Einwanderungsgeschichte. In der überwiegenden Zahl sind es Frauen, die für die Betreuung der Familie oder die Pflege der Angehörigen in der Erwerbsarbeit kürzertreten und unbezahlte Sorgearbeit leisten. Das führt dazu, dass sie in ihrem Erwerbsleben weniger verdienen, sich weniger beruflich entfalten können und sich das Risiko für Altersarmut erhöht. Wir GRÜNE NRW erkennen an, dass vor allem Frauen durch eine mangelnde Vereinbarung von Care-Arbeit und Beruf massive Nachteile erleiden, die wir entschieden bekämpfen wollen. Viele möchten (wieder) in ihren alten Beruf einsteigen oder mittels Quereinstiegs einen neuen Beruf bestreiten. Andere wiederum möchten eine Aufstockung ihrer Arbeitsstunden. Wir müssen diejenigen entlasten, die unter der Belastung leiden, Beruf und Care-Arbeit gleichzeitig zu stemmen und sie in ihrer beruflichen Laufbahn unterstützen. Die Vereinbarkeit von Sorgearbeit und Beruf kann nur dann vollständig und zufriedenstellend funktionieren, wenn bürokratische Hürden und systematische Benachteiligungen beendet werden. Auf Landesebene braucht es hierfür eine starke Infrastruktur für Vereinbarkeit durch ausreichend Betreuungsplätze und qualitative, flexible Kinderbetreuung. Die Lage in den Kindertageseinrichtungen, den stationären Jugendhilfeeinrichtungen und Krankenhäusern ist zum jetzigen Zeitpunkt zum Teil dramatisch. Besonders deshalb bedarf es in diesem Sektor ganzheitliche, zukunftsgewandte Lösungsansätze. Zudem müssen Unternehmen dabei unterstützt werden, flexible Arbeitszeitmodelle – wo möglich – anzubieten, damit sich Mitarbeiter*innen nicht entscheiden müssen, ob sie sich um ein Familienmitglied kümmern oder Erwerbsarbeit leisten. Care-Arbeit wird überdurchschnittlich von Frauen ausgeführt, die hierfür nicht entlohnt werden. Diese Aufteilung ist nicht fair und es braucht hier ein gesellschaftliches Umdenken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um noch mehr Menschen für Ausbildung und Qualifizierung zu gewinnen, bauen wir Hürden ab, die Menschen mit Behinderungen im Wege stehen. Denn häufig sind sie von hoher Arbeitslosigkeit oder prekären Arbeitsbedingungen betroffen. Dabei sollten Ausbildungsangebote für ihre Bedarfe angepasst werden, z. B. durch eine theoriereduzierte Ausbildung oder eine adäquate Ausstattung in den Berufsschulen. Für einen inklusiven Arbeitsmarkt setzen wir uns für eine faire Belohnung von Menschen mit Behinderung ein und unterstützen Unternehmen und Betriebe darin, sie einzustellen. Eine selbstbestimmte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsmarkt ist Grundlage einer inklusiven Gesellschaft.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das Fachkräftepotenzial müssen wir auch für die bereits hier lebenden Menschen mit Einwanderungsgeschichte heben, indem wir die Anerkennung von ausländischen Abschlüssen verbessern und Menschen einen fairen Zugang entsprechend ihrer Qualifikationen zum Arbeitsmarkt gewähren. Dabei gilt es auch strukturelle Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt und bei der Vermittlung von Arbeit zu bekämpfen, um Karrierewege zu eröffnen und Perspektiven zu geben. Die Fachkräfteoffensive erfordert nicht nur einen Blick ins Ausland, um Chancen aus der Zuwanderung zu nutzen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Fachkraft braucht Bildung: Für ein starkes und faires Bildungsland NRW</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir müssen auf dem Arbeitsmarkt jüngeren Generationen Chancen ermöglichen. Das beginnt mit der frühkindlichen Bildung, benötigt auch einen sicheren Schulabschluss und geht mit einer erfolgreichen beruflichen Ausbildung weiter. Mit einem Schulabschluss ist die Chance, einen Ausbildungsplatz zu bekommen, deutlich größer. Zehntausende verlassen die Schulen in NRW ohne Schulabschluss – das werten wir als staatlichen Misserfolg; weitere junge Menschen bringen ihre Ausbildung nicht zu Ende. Wir brauchen mehr individuelle Hilfsangebote, aber vor allem mehr Chancen, die sich durch jeden Schul- und Ausbildungsabschluss ergeben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir von Bündnis 90/Die Grünen NRW wollen:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>uns auf Landesebene dafür einsetzen, dass mehr Möglichkeiten für bezahlte Praktika geschaffen werden. Denn wer ohne finanzielle Not die Möglichkeit bekommt, sich in verschiedenen Berufen zu orientieren, erweitert seine eigenen Kompetenzen und hat mehr Möglichkeiten zur beruflichen Orientierung.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>gendersensible Berufsorientierung stärken, um das Berufswahlspektrum zu vergrößern, Orientierungstage und Praxisabschnitte verstärkter fördern.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>es für Unternehmen attraktiver machen mit Unterstützungsprogrammen von beispielsweise IHKen, auch Menschen mit einem geringeren Bildungsabschluss durch Aus- und Weiterbildung eine berufliche Zukunft bieten.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Prüfen, wie eine Ausbildungsperspektive in die Vergabe öffentlicher Aufträge eingebettet werden kann.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>mehr niedrigschwellige Beratungen in den Schulen zur Prävention von psychischen Belastungssituationen ermöglichen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>den Fokus auf schulabstinente Jugendliche verstärken und vermehrt Programme zur Reintegration in den Schulalltag entwickeln und unterstützen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h4><strong>Ein modernes Einwanderungsrecht ermöglichen</strong></h4></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>NRW ist seit Jahrzehnten ein Einwanderungsland. Von dieser Einwanderung profitieren wir auf vielfältige Weise. Um dem Fachkräftemangel zukünftig zu begegnen, sind wir so auch auf Zuwanderung noch stärker angewiesen. Damit sich NRW als attraktiver Standort für Fachkräfte aus dem Ausland positioniert, ist eine gesamtgesellschaftliche Wertschätzung unserer neuen Mitbürger*innen besonders wichtig. So müssen wir ein modernes Einwanderungsrecht schaffen. Dazu gehört eine unbürokratische und beschleunigte Anerkennung ausländischer Abschlüsse und Berufsqualifikationen, ohne geltende Qualitätsstandards einzubüßen. Wir begrüßen daher die Bemühungen der Bundesregierung, etwa durch das Fachkräfteeinwanderungsgesetz, die Erwerbsmigration zu vereinfachen und Deutschland für ausländische Fachkräfte attraktiv zu machen. Flächendeckende, leicht zugängliche und zielgruppenspezifische Sprach- und Integrationskurse sind der Schlüssel für die schnelle Eingliederung in den Arbeitsmarkt. Insbesondere Sprachkurse, die in enger Verzahnung mit der jeweiligen Arbeitsstelle angeboten werden, unterstützen nicht nur die schnelle Eingliederung in das Unternehmen, sondern vereinfachen auch das Ankommen<em>. </em>Der Familienzuzug muss zudem unkompliziert möglich sein. Darüber hinaus sind gut ausgestattete Migrationsberatungsstellen entscheidend.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Geduldeten Menschen soll der Abschluss eines Ausbildungsvertrags sowie der Einstieg auf dem Arbeitsmarkt selbst erleichtert werden. Wir GRÜNE NRW sehen in der 3+2-Regelung des Aufenthaltsgesetzes ein wichtiges Instrument, um geduldeten Menschen einen gesicherten Aufenthaltsstatus für die Zeit der Ausbildung zu geben und zunächst für die darauffolgenden zwei Jahre der Beschäftigung, um in den erlernten Beruf einzusteigen. Mit der 3+2-Regelung geben wir nicht nur Menschen mit Duldung die nötige Sicherheit, ihre Ausbildung in Ruhe abzuschließen und ins Berufsleben zu starten, sondern auch den Handwerksbetrieben und mittelständischen Unternehmen Gewissheit, dass sie nicht mit dem plötzlichen Verlust der neu eingestellten Mitarbeiter*innen rechnen müssen. Der sogenannte „Spurwechsel“ ist damit nicht nur aus humanitären Gründen richtig, sondern auch aus volkswirtschaftlichen Gründen notwendig.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir von Bündnis 90/Die Grünen NRW wollen:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>das Fachkräfteeinwanderungsgesetz der Bundesregierung gut in NRW umsetzen und dafür die notwendigen Strukturen schaffen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>ein flächendeckendes Angebot von Sprach- und Integrationskursen - insbesondere durch das BAMF - in der Stadt und auf dem Land schaffen und prüfen, wo Kurse in enger Kooperation mit dem Arbeitsmarkt verzahnt werden können, um einen Praxisbezug und Kontakte zu Unternehmen und Einrichtungen herzustellen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>uns für eine volle Ausschöpfung und Stärkung der 3+2-Regelung des Aufenthaltsgesetzes einsetzen, um Menschen mit Duldung und Unternehmen eine klare Perspektive zu geben.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>den Spurwechsel im Aufenthaltsrecht ermöglichen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>dass Abschlüsse und Berufserfahrungen von Geflüchteten bereits frühzeitig erfasst werden und Hilfe bei der Anerkennung dieser geleistet wird<strong>.</strong></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h4><strong>Berufliche Ausbildung stärken</strong></h4></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir brauchen eine moderne und leistungsfähige Berufsausbildung, damit die Sozial- und Gesundheitswirtschaft, die Unternehmen, das Handwerk und der öffentliche Dienst wettbewerbs- und handlungsfähig bleiben. Dafür müssen wir weiterhin alle nötigen Maßnahmen ergreifen, um die Berufsausbildung wieder attraktiver zu machen. Eine Fachkräfteoffensive geht nicht ohne eine Ausbildungsoffensive. Allein in NRW waren im letzten Jahr 17.000 junge Menschen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz, 40.000 junge Menschen waren in Übergangsprogrammen. Wir GRÜNE NRW wollen allen jungen Menschen eine sichere Perspektive bieten, daher setzen wir uns für eine Lösung ein, die es allen jungen Menschen ermöglicht, einen vollwertigen Berufsabschluss zu erreichen. Auf Bundesebene und auf Landesebene machen wir uns dafür stark, dass mehr Unternehmen Ausbildungsplätze bereitstellen. Wir unterstützen die GRÜNEN Bemühungen für eine Ausbildungsgarantie auf Bundesebene, wie es im Koalitionsvertrag auf Bundesebene verankert wurde. Gerade für die schulische Ausbildung in Bereichen des akuten Fachkräftebedarfs, wie den Erziehungs- sowie Gesundheits- und Pflegeberufen, dürfen keine zusätzlichen finanziellen Lasten entstehen. Wir GRÜNE NRW stehen weiterhin für die Schulgeldfreiheit vollzeitschulischer Berufsausbildung und eine faire Vergütung. Hierfür gilt es, die tarifliche Bindung in der beruflichen Ausbildung zu stärken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zudem sind potenzielle Vorurteile gegenüber der beruflichen Ausbildung abzubauen. Kinder aus Akademiker*innenhaushalten machen seltener eine Berufsausbildung. Erst wenn das Bild der Gesellschaft geradegerückt ist, werden wir das Fachkräftepotenzial heben. Die Ausbildung ist eine Bildungsbiografie erster Klasse.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Damit das deutlich wird, müssen Schüler*innen an allen Schulformen über die Chancen und Vorteile einer Berufsausbildung informiert werden, natürlich auch an Gymnasien. Wir GRÜNE NRW tragen als Partei die Aufgabe, ein gesamtgesellschaftliches Umdenken anzustoßen. Denn fest steht: Gerade die berufliche Bildung eröffnet Chancen auf attraktive Karrieren, Handwerk hat goldenen Boden. Auch in der Wirtschaft muss es hier ein Umdenken geben, denn nicht für jeden Beruf muss man zwingend studiert haben. Für GRÜNE NRW gilt: Berufliche und akademische Bildung ist gleichwertig! Ein wichtiger Impuls, dies Realität werden zu lassen, ist die klare Verständigung im Koalitionsvertrag mit der CDU NRW, die Anerkennung der Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung im Rahmen des Deutschen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen (DQR) verbindlich zu machen. Gleichwertigkeit äußert sich auch in den Kosten, daher ist es das Ziel, die Kosten der Meisterausbildung für die Teilnehmer*innen deutlich zu senken. Am Ende muss die Kostenfreiheit für die Teilnehmer*innen der Weiterbildung zum Meister sowie zu gleichgestellten Weiterbildungen stehen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir von Bündnis 90/Die Grünen NRW wollen:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>mehr Ausbildungsbotschafter*innen an die Schulen bringen, die den Schüler*innen aller Schulformen über persönliche Erfahrungen einer dualen Ausbildung informieren, Austausch auf Augenhöhe bieten und Neugierde wecken.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>eine Anpassung der Ausbildungsrahmenpläne über das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) mit Blick auf Fähigkeiten der zukünftigen Arbeitswelten.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>das Erfolgsmodell „Kein Abschluss ohne Anschluss“ weiterentwickeln und für Jugendliche mit besonderem Unterstützungsbedarf anpassen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Azubiwohnheime ausbauen und die Möglichkeit zur Teilzeitausbildung erhöhen, um die berufliche Ausbildung für mehr Menschen realisierbar zu machen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>die Finanzierung außerbetrieblicher und schulischer Ausbildungszentren stärken und Bildungsorte modernisieren.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>eine größere Unterstützung von überbetrieblichen Ausbildungszentren in Zusammenschluss von Unternehmen, gerade für kleinere Unternehmen, um Ausbildung auch dort besser zu ermöglichen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>prüfen, wie in Mangelberufen Ausbildungs- und Studienplatzkapazitäten erhöht werden können.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h4><strong>Arbeit anpackbar machen</strong></h4></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Vor dem Hintergrund der Transformation hin zur ersten klimaneutralen Industrieregion Europas, werden Weiterbildung und Seiteneinstieg zentrale Rollen bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels zukommen. Die Arbeitsfelder vieler Berufe wandeln sich schon heute stark durch Dekarbonisierung und Digitalisierung. Für die Menschen ist Weiterbildung ein zentrales Mittel, um erwerbsfähig zu bleiben und nicht durch technischen Fortschritt und den Strukturwandel abgehängt zu werden. Wo für die einen die Weiterbildung zur Notwendigkeit wird, verspüren die anderen den freiwilligen Wunsch nach beruflicher Weiterentwicklung ihrer Fähigkeiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Seiteneinstieg bietet Chancen, dem Wunsch nach beruflicher Neuorientierung nachzukommen oder auf persönliche Umbrüche reagieren zu können und weiterhin erwerbsfähig zu bleiben. In allen Berufsbereichen, in denen akuter Fachkräfte- und Arbeitskräftemangel herrscht, und besonders in den Sozial-, Erziehungs- und Pflegeberufen, wollen wir prüfen, durch welche weiteren akademischen und nicht-akademischen Abschlüsse wir Quer- und Seiteneinsteiger*innen gewinnen. Weiterbildung ist ein Zeichen der Stärke, der Wechsel in Arbeitsbiografien die neue Normalität.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir von Bündnis 90/Die Grünen NRW wollen:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>bei den essenziellen Branchen für unseren Strukturwandel eine Informationskampagne für mehr Weiterbildung starten und eine größere finanzielle Unterstützung ermöglichen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>die Fördermöglichkeiten des Bürgergeldes nutzen, um mehr Menschen eine Weiterbildung zu ermöglichen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>prüfen, welche akademischen und nicht-akademischen Abschlüsse in den verschiedenen Sektoren einen Quer- und Seiteneinstieg möglich machen können.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>mehr modularisierte Ausbildungsformen stärken und Anrechenbarkeit von bereits erbrachten Leistungen berücksichtigen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h4><strong>Arbeitsplätze attraktiver machen</strong></h4></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das Fachkräftepotenzial können wir nur wecken, wenn Erwerbstätige gute Arbeitsbedingungen auf dem Arbeitsmarkt vorfinden. Zukunftsfeste Jobs, tarifliche Bezahlung, flexible Arbeitszeiten, Aufstiegsmöglichkeiten und guter Arbeits- und Gesundheitsschutz sind hierfür essenzielle Rahmenbedingungen. Dabei bietet die in so vielen Bereichen unserer Gesellschaft zwingend notwendige Transformation große Chancen für die Unternehmen, nicht nur ihr Geschäftsmodell zukunftsfähig aufzustellen, sondern in Zeiten des Fachkräftemangels vor allem eine Chance attraktive Arbeitsplätze bieten zu können. Wir GRÜNE NRW wollen hierzu weiterhin im engen Austausch mit den Arbeitnehmer*innenverbänden, den Gewerkschaften sowie den Unternehmen stehen. Zusätzlich müssen wir Unterstützungsmaßnahmen ausbauen, um die Fachkräfte zu halten, die in den betroffenen Bereichen bereits arbeiten. In den Sozial- und Erziehungsberufen leistet der Einsatz der Alltagshelfer*innen bereits große Unterstützung. So sorgen wir nicht nur für neue Fachkräfte, sondern entlasten auch die, die bereits in dem Beruf tätig sind.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Nicht zuletzt müssen wir als Gesellschaft dazu beitragen, die Attraktivität der Berufe durch eine wertschätzende Haltung zu steigern. Die Corona-Pandemie hat uns stärker als je zuvor den essenziellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Stellenwert der Gesundheits-, Pflege-, Erziehungs- und Lehrberufen vor Augen geführt. Gleichzeitig wurde hier auch für alle sichtbar, welche strukturellen Schwierigkeiten in der Versorgung durch fehlende Arbeitskräfte in den Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen herrschen. In Zeiten des akuten Mangels an Handwerker*innen merkt spätestens jetzt jede*r, wie systemrelevant auch diese Berufszweige für das wirtschaftliche Gefüge und das Meistern der großen Transformationsaufgaben sind. Erst wenn wir diesen Berufsgruppen mehr gesellschaftliche Anerkennung zollen und gute Arbeitsbedingungen schaffen, werden sich – vor allem jüngere Menschen – verstärkter diese Berufszweige bei ihrer Berufswahl in Erwägung ziehen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Digitalisierung, KI und Robotik für die Menschen</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Digitalisierung, KI und Robotik hat das Potenzial den Fachkräftemangel zu reduzieren. Dabei geht es uns GRÜNEN NRW darum, Menschen von Arbeiten zu entlasten und nicht Menschen bei der Arbeit zu ersetzen. Digitalisierung und vor allem Künstliche Intelligenz kann von Routineaufgaben auch in Handwerksbetrieben entlasten, z. B. bei der Buchhaltung, Personalverwaltung oder der Angebotserstellung. Die Start-Up-Landschaft in NRW nimmt hierbei eine potenzielle Innovationsfunktion ein, die wir als Land unterstützen wollen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der digitale Produktpass wird für eingesetzte Materialien nicht nur Weiterverkauf und Recycling erleichtern, sondern erlaubt auch, in Bezug auf eingesetzte Produkte, informierte Entscheidungen zu treffen, z. B. zur Kompatibilität verschiedener Materialien.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Fortschritte im Bereich der Robotik bieten die Chance, körperlich anstrengende oder auch gefährliche Arbeiten zu erleichtern, sicherer zu machen oder sogar ganz abzunehmen und kann so zu Gesundheit und Arbeitszufriedenheit von Handwerker*innen, Pflegenden, Lagerist*innen beitragen. Um diese Vorteile nutzen zu können, ist eine Vermittlung notwendiger Kompetenzen in Aus- und Weiterbildung wichtig. Kooperationen zwischen Unternehmen, Handwerksbetrieben, Hochschulen und Forschungseinrichtungen tragen dazu bei, aktuelle Technologieentwicklungen zügig zum Einsatz in der Praxis zu bringen. Diese Kooperationen wollen wir als Land NRW unterstützen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir von Bündnis 90/Die Grünen NRW wollen:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>wo möglich und sinnvoll, die vorhandenen Fachkräfte in den verschiedenen Sektoren in ihrem Alltag durch individuelle Helfer*innenmodelle gezielt und dauerhaft verlässlich entlasten, etwa durch den Einsatz von Verwaltungsassistent*innen. Diese Möglichkeit wollen wir durch verpflichtende Weiterbildungsprogramme für Quereinsteiger*innen in den systemrelevanten Branchen ermöglichen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>das Kita-Helfer-Programm verstetigen, damit sich pädagogische Fachkräfte auf ihre pädagogische Arbeit konzentrieren können.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>gezielte Anreize schaffen, z. B. durch flexible Arbeitszeitmodelle, um Arbeitsplätze attraktiv zu machen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>uns dafür einsetzen, dass frauendominierte Berufe durch bessere Aufstiegs- und Weiterbildungsperspektiven gestärkt und durch eine bessere Bezahlung aufgewertet werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>ein Umdenken in der Gesellschaft anstoßen, etwa durch Imagekampagnen, um den systemrelevanten Berufszweigen die Anerkennung und Wertschätzung zu zollen, die ihnen gebührt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>den Präventionsaspekt in der täglichen Arbeit mehr in den Mittelpunkt stellen. Es muss gelingen die aktuellen Fachkräfte gesund in ihrem System zu halten oder wiedereinzugliedern.</li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>erfolgt mündlich</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Wed, 29 Mar 2023 17:27:57 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>V-02: Einsetzung eines „1,5-Grad-Sounding Board“</title>
                        <link>https://gruene-nrw.antragsgruen.de/lpr23_01/einsetzung-eines-1-5-grad-sounding-board-21184</link>
                        <author>Landesvorstand (dort beschlossen am: 24.03.2023)</author>
                        <guid>https://gruene-nrw.antragsgruen.de/lpr23_01/einsetzung-eines-1-5-grad-sounding-board-21184</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Landesdelegiertenkonferenz beschließt, unter Leitung beider Landesvorsitzenden, ein Sounding Board zum Thema “NRW auf dem Weg zum 1,5-Grad-Ziel“ einzurichten. Wir wollen diese Transformationsaufgabe im Landesverband interdisziplinär in umfassende politische Programmatik bringen. Der Landesvorstand wird beauftragt, dem Landesverband über die Arbeit zu berichten und die Ergebnisse in die Programmatik<strong>-</strong>Debatten des Landesverbands einzubringen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Begründung </strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Bewältigung der Klimakrise und die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels ist die Jahrhundertaufgabe unserer Zeit. Schon heute spüren wir ihre Auswirkungen in massiven Dürren, Waldbränden und Überschwemmungen. Immer mehr Lebensräume für Mensch und Tier verschwinden durch den Klimawandel. Wenn wir jetzt nicht konsequent gegensteuern, ist diese Veränderung unsteuerbar. Das hat der IPCC-Bericht 2023 eindrücklich aufgezeigt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Konsequenter Klima- und Umweltschutz ist seit jeher ein Bestandteil grüner Identität und auch in Nordrhein-Westfalen wollen wir unseren Beitrag zur Erreichung des globalen 1,5-Grad-Ziels leisten. Die Konsequenzen einer Abweichung sind für Menschen, Tiere und Umwelt verheerend – eine gesamtgesellschaftliche Zusammenarbeit ist daher umso essenzieller.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Transformation hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft betrifft nicht nur die energie- und wirtschaftspolitischen, sondern alle Bereiche, z. B. den Gebäude- und Bausektor, die Mobilität, die Landwirtschaft und nicht zuletzt auch den sozialen Bereich. Klima- und Umweltschutz kann nur im engen Schulterschluss und in einem gemeinsamen gesamtgesellschaftlichen Kraftakt und gleichzeitig klaren und mutigen politischen Entscheidungen gelingen. Wir wollen in Nordrhein-Westfalen weiterhin Vorreiter sein in der Bekämpfung des Klimawandels. Deswegen wollen wir von Bündnis 90/Die Grünen NRW uns gemeinsam mit externen Expert*innen und grünen Fachpolitiker*innen zusammentun, um gemeinsam zu debattieren, Lösungen zu entwickeln, die künftigen Generationen, Tieren und der Umwelt zugutekommen. Mit Hilfe des Sounding Boards wollen wir unserem Ziel einer klimaneutralen Gesellschaft näherkommen. Dazu benötigen wir eine fundierte und sektorenübergreifende Grundlage, die wir in einem verstetigten Austausch schaffen wollen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Was ist ein Sounding Board im politischen Kontext?</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein politisches Sounding Board ist eine Gruppe von Personen, die darum gebeten werden, als Impulsgeber*innen und Feedbackgeber*innen für politische Ideen und Konzepte zu dienen. Diese Gruppe kann aus Mitgliedern der Öffentlichkeit, politischen Expert*innen, Verbänden oder anderen Personen bestehen, die wertvolle Einsichten und Perspektiven einbringen.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>erfolgt mündlich</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Wed, 29 Mar 2023 16:12:18 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>V-01: Maßnahmen zur Bekämpfung der Geldwäsche</title>
                        <link>https://gruene-nrw.antragsgruen.de/lpr23_01/massnahmen-zur-bekampfung-der-geldwasche-51879</link>
                        <author>Ortsverband Kreuztal (dort beschlossen am: 21.03.2023)</author>
                        <guid>https://gruene-nrw.antragsgruen.de/lpr23_01/massnahmen-zur-bekampfung-der-geldwasche-51879</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der LPR möge beschließen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die geplanten Maßnahmen zur Bekämpfung der Geldwäsche in NRW und auf Bundesebene umgehend und Öffentlichkeitswirksam anzugehen. Es sind die negativen Auswirkungen öffentlichkeitswirksam darzustellen, die aufgrund verringerter staatlicher Steuereinnahmen, mittelbar die Steuerzahler*innen betreffen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ebenso wird der LPR beauftragt die Lösungsansätze von Bündnis ´90 die Grünen transparent darzustellen und Hinderungsgründe an deren Umsetzung zu nennen.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Begründung:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Nach Schätzungen werden in Deutschland jedes Jahr Gelder in Höhe von 100 Milliarden Euro gewaschen. Hier steht vor allem die Financial Intelligent Unit (FIU) in der Kritik. Mittlerweile wurde durch die EU ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet, weil Deutschland den Verpflichtungen zur Bekämpfung der Geldwäsche nicht genügend nachkommt, genauer gesagt die FDP, die bei der Bekämpfung der kriminellen Geldwäsche federführend in der Verantwortung ist.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Hintergrund:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>NRW:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Im Wahlprogramm von Bündnis ´90 die Grünen zur Landtagswahl wird festgestellt, dass jedes Jahr geschätzte 100 Milliarden Euro durch Steuerhinterziehung dem Gemeinwohl verloren gehen. Das hängt auch mit dem Tatbestand der Geldwäsche zusammen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Im Koalitionsvertrag ist unter anderem vereinbart, dass geprüft wird welche Initiativen des Landes NRW im Bundesrat mit Erfolg gestellt werden können. Des Weiteren sind dort weitere wichtige Ziele zur Bekämpfung von Geldwäsche/Steuerhinterziehung festgeschrieben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Bund:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Im Wahlprogramm von Bündnis ´90 die Grünen zur Bundestagswahl wurden wichtige Forderungen zur Bekämpfung der Geldwäsche beschlossen. Dort wurde festgeschrieben, schmutziges Geld einzuziehen und das zukünftig mit einer umfassenden Strategie gegen Geldwäsche vorzugehen ist.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Im Koalitionsvertrag wurde dies Bestätigt indem dort eine abgestimmte Strategie zwischen Bund, Ländern und der EU festgehalten wurde.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Wed, 22 Mar 2023 14:29:31 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>P Protokoll LPR Siegburg 13. November 2022</title>
                        <link>https://gruene-nrw.antragsgruen.de/lpr23_01/protokoll-lpr-siegburg-13-november-2022-19900</link>
                        <author>GLV GRÜNE NRW (dort beschlossen am: 07.03.2023)</author>
                        <guid>https://gruene-nrw.antragsgruen.de/lpr23_01/protokoll-lpr-siegburg-13-november-2022-19900</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="https://gruene-nrw.de/dateien/Protokoll_LPR_Siegburg_2022_11_13.pdf">Protokoll LPR Siegburg 13. November 2022</a></p></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Tue, 14 Mar 2023 15:10:27 +0100</pubDate>
                    </item></channel></rss>