Ein verpflichtendes letztes Kita-Jahr greift fachlich zu kurz: Entscheidend für Bildungs- und Teilhabechancen ist ein möglichst früher und kontinuierlicher Zugang zu guter frühkindlicher Bildung. Positive Wirkungen eines Kita-Besuchs entfalten sich insbesondere dann, wenn Kinder über mehrere Jahre eine qualitativ gute Kita besuchen. Ein verpflichtendes letztes Jahr setzt daher vergleichsweise spät an.
Ob Kinder Zugang zu einer Kita finden, hängt wesentlich von strukturellen Rahmenbedingungen und bestehenden Zugangsbarrieren ab. Komplizierte und wenig transparente Anmeldeverfahren, diskriminierende oder benachteiligende Vergabepraxen sowie fehlende wohnortnahe und bedarfsgerechte Kita-Plätze können Familien den Zugang erschweren.
Eine Besuchspflicht beseitigt diese Hürden nicht. Zielführender ist es daher, Zugangsbarrieren konsequent abzubauen, Familien frühzeitig zu erreichen und ausreichend wohnortnahe und bedarfsgerechte Kita-Plätze zu schaffen. Gleichzeitig muss die Qualität der frühkindlichen Bildung gesichert und weiterentwickelt werden.