Im Wahlprogramm 2022 hieß es noch zurückhaltend: „Hemmnisse für den seit 2015 möglichen Umbau von Bekenntnisschulen in bekenntnisfreie Grundschulen werden wir abbauen.“ Die Praxis hat jedoch gezeigt, dass dieses lokale Flickwerk nicht ausreicht. NRW leistet sich als eines der ganz wenigen Bundesländer noch immer den Anachronismus, Kinder bereits im Grundschulalter nach der Konfession ihrer Eltern in staatlich vollfinanzierten Bekenntnisschulen zu trennen und Lehrkräfte bei der Einstellung nach ihrem Taufschein zu selektieren. Das zementiert Ausgrenzung und torpediert massiv den elementaren Grundschul-Grundsatz „Kurze Beine, kurze Wege“. Wenn Kinder aus derselben Nachbarschaft nach Konfession getrennt auf entferntere Schulen verteilt werden, verkompliziert das die Schulentwicklungsplanung – insbesondere im ländlichen Raum – extrem und zwingt Familien zu völlig unnötigen Schulwegen. Gleichzeitig klären wir mit unserer Forderung nach einer explizit „konfessionell ungebundenen“ Gemeinschaftsschule eine historische Schieflage in NRW: Laut Landesverfassung orientiert sich unsere heutige Gemeinschaftsschule als historisches Überbleibsel der Nachkriegszeit formal noch immer an „christlichen Bildungs- und Kulturwerten“. Wir wollen dieses klerikale Überbleibsel überwinden und die wirklich neutrale, von allen Konfessionen ungebundene Schule endlich zur flächendeckenden Realität für alle Kinder in NRW machen.
| Kapitel: | Ein Land der Chancen |
|---|---|
| Antragsteller*in: | LAG Säkulare (dort beschlossen am: 25.10.2026) |
| Status: | Geprüft |
| Eingereicht: | Gestern, 08:02 |