Jugendliche brauchen Orte, an denen sie sich ohne Konsumzwang aufhalten, treffen und einfach sein können. Neben der wichtigen Arbeit der Offenen Kinder- und Jugendarbeit braucht es auch Orte ohne pädagogische Begleitung, an denen die Jugendlichen unter sich sind. Wenn solche Jugendorte nicht mitgedacht werden, eigenen sich Jugendliche berechtigterweise Orte im öffentlichen Raum an, an denen sie von den Erwachsenen nicht selten als störend empfunden werden. Auch deswegen ist es sinnvoll Jugendorte – so wie Spielplätze – schon in der Planung von Quartieren und Wohngebieten von vornherein mitzudenken und so zu integrieren, dass sie den Bedürfnissen der Jugendlichen entsprechen, ohne von Erwachsenen als störend wahrgenommen zu werden.
Jugendorte sind in diesem Verständnis aber nicht nur sportbezogene Orte wie Bolzplätze, Dirt- und Skateparks oder Calisthenics-Anlagen. Diese sprechen nur einen Teil der Jugendlichen an – oftmals überwiegend männliche Jugendliche. Jugendorte sollten gut zu Fuß, mit dem Rad oder dem ÖPNV erreichbar sein, zentral liegen, ohne von überall einsehbar zu sein und somit Rückzugsräume bieten, ohne sich gänzlich abzukapseln. Jugendliche sollten dort zumindest tagsüber laut sein und sich diese Orte kreativ aneignen dürfen. Befragungen mit Jugendlichen zeigen zudem, dass Jugendorte nicht viel Ausstattung brauchen: wettergeschützte Sitzmöglichkeiten, Mülleimer, im besten Fall Strom und WLAN, sowie die Möglichkeit den Ort flexibler nutzen zu können als eine Tischgruppe im Park.
Wie genau ein passender Jugendort für einen bestimmten Standort aussieht, kann nur durch die wirksame und niedrigschwellige Beteiligung von Jugendlichen aus dem Umfeld ermittelt werden. Nicht nur deswegen ist Jugendbeteiligung absolut notwendig, wenn es darum geht Räume für junge Menschen zu schaffen.