Die verpflichtende Verankerung inklusiver Pädagogik in allen Lehramtsstudiengängen ist ein wichtiger Schritt, um angehende Lehrkräfte auf die Anforderungen einer inklusiven Schule vorzubereiten. Die bisherige Formulierung bleibt jedoch zu allgemein und lässt offen, welche konkreten Kompetenzen und professionellen Haltungen in der Lehrkräftebildung vermittelt werden sollen.
Der Ergänzungsvorschlag konkretisiert daher die Anforderungen an eine zeitgemäße inklusive Lehrkräftebildung. Neben inklusiver Pädagogik und Didaktik müssen insbesondere der professionelle Umgang mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen, eine wertschätzende Haltung gegenüber Vielfalt sowie die interprofessionelle Zusammenarbeit verbindliche Bestandteile der Ausbildung sein. Diese Aspekte sind wesentlich, damit Lehrkräfte die unterschiedlichen Bedürfnisse und Potenziale aller Schülerinnen und Schüler berücksichtigen, diskriminierungsfreie Lernumgebungen gestalten und gemeinsam mit weiteren pädagogischen Fachkräften individuelle Bildungsprozesse unterstützen können.
Darüber hinaus ist es erforderlich, Inklusion nicht auf das Studium zu beschränken, sondern auch im Vorbereitungsdienst systematisch zu verankern. Erst die kontinuierliche Verbindung von theoretischen Grundlagen, didaktischen Kompetenzen und praktischer Erfahrung schafft die Voraussetzungen dafür, dass inklusive Bildung im schulischen Alltag wirksam umgesetzt werden kann.