1. Erst die Grundlagen, dann die Digitalisierung.
Kinder müssen zunächst sicher lesen, schreiben, rechnen und sich konzentrieren lernen. Diese grundlegenden Fähigkeiten sind Voraussetzung dafür, digitale Informationen später überhaupt kritisch und selbstständig beurteilen zu können.
2. Leseförderung muss verbindlich werden.
Lesekompetenz darf nicht vom Elternhaus abhängen. Manche Kinder wachsen mit vielen Büchern auf, andere haben zu Hause kaum Zugang zu Büchern oder wenig Unterstützung beim Lesen. Verbindliche tägliche Lesezeiten, Lesebänder, Lesepatenschaften und gezielte Förderprogramme können hier einen wichtigen Beitrag zur Chancengerechtigkeit leisten. Kinder, die interessanten Lesestoff bekommen und Erwachsene, die sich Zeit nehmen, brauchen keine Lern-Apps, damit sie lesen.
3. Lernen braucht intrinsische Motivation und echte Erfahrungen.
Kinder sollen Freude daran entwickeln, sich Wissen selbst anzueignen, Fragen zu stellen, Bücher zu entdecken und Dinge auszuprobieren. Nicht jede Lernaktivität muss digital unterstützt oder durch ein Endgerät vermittelt werden. Gerade die Grundschule sollte ein Ort sein, an dem Kinder konzentriert, praktisch, kreativ und gemeinsam lernen. Kinder, die aus Interesse lernen, können durch Lern-Apps schnell darauf trainiert werden, für Belohnung zu lernen.
Auch Dänemark zeigt mit seinen Empfehlungen für Grundschulen, dass eine bewusste Rückbesinnung auf analoge Lernformen und ein gezielter Einsatz digitaler Medien kein Rückschritt, sondern eine pädagogisch begründete Weiterentwicklung sein können.
Ein weiteres Problem ist, dass Tablets auch an Schulen oft nicht richtig gesichert sind, sodass Schüler*innen Zugang zu anderen Inhalten im Internet erhalten.
Wir können Kinder nicht erst an digitale Geräte gewöhnen und sie ihnen dann verbieten.