Das Prinzip der Genehmigungsfiktion wird im Rahmen des sogenannten Bürokratieabbaus häufig gefordert und teilweise auch schon implementiert. Es steht allerdings auch in der Kritik.
Wenn Genehmigungen nach Fristablauf automatisch erteilt werden, können rechtswidrige oder gefährliche Vorhaben legalisiert werden, was den Schutz von Allgemeininteressen und Umwelt gefährden kann. Zudem können Dritt- und Nachbarrechte ausgeblendet werden. Was als Beschleunigung gedacht wird, kann nachträglich zu erheblichen Problemen bis hin zu langen Rechtsstreitigkeiten führen.
Das alles kann Rechtsunsicherheit für Antragsteller erzeugen. Zudem kann das Instrument bei überlasteten Behörden zu Fehlanreizen führen: Um den unkontrollierten Eintritt einer Genehmigung zu verhindern, weichen Ämter oft auf vorsorgliche Ablehnungen oder das Nachfordern von Unterlagen aus, wodurch das Verfahren eher verzögert statt beschleunigt werden kann.