Die Hilfsorganisationen tragen mit ihren überwiegend ehrenamtlichen Einsatzkräften den Hauptteil des Katastrophenschutzes in NRW. Die öffentliche Finanzierung deckt die dabei entstehenden Kosten bislang nicht ausreichend und hält mit den wachsenden Anforderungen nicht Schritt. Komplexere Einsatzmittel erfordern mehr Ausbildung, Wartung und Arbeitsschutz. Vor allem die wachsenden Verwaltungsaufgaben sind ohne hauptamtliche Unterstützung kaum noch zu bewältigen. Auch der Schutz vor Cyberangriffen gehört zur Einsatzbereitschaft: Hilfsorganisationen müssen ihre digitalen Arbeitsabläufe, Einsatzplanungen und sensiblen Daten zuverlässig vor Spionage und Sabotage schützen können.
Ehrenamtliche wenden deshalb neben ihren eigentlichen Kernaufgaben in Ausbildung, Übungen und Einsätzen zusätzlich Zeit auf, um Mittel für diese öffentliche Aufgabe zu erwirtschaften. Zugleich binden Materialerhalt, umfangreiche Verwaltungsaufgaben und Nachweispflichten immer mehr ehrenamtliche Zeit.
Eine auskömmliche Finanzierung und einfachere Verfahren entlasten die Einsatzkräfte und sichern die Einsatzbereitschaft. Verlässliche Perspektiven für die Einheiten sowie die Instandhaltung und rechtzeitige Ersatzbeschaffung ihrer Ausstattung schaffen Planungssicherheit. Wer Zeit und Arbeit in den Katastrophenschutz investiert, muss sich darauf verlassen können, dass die dafür notwendigen Strukturen dauerhaft unterstützt werden.
Angesichts des demografischen Wandels und veränderter Lebens- und Arbeitsbedingungen müssen wir alles dafür tun, ehrenamtliches Engagement zu ermöglichen und langfristig zu erhalten. Dazu gehört, die begrenzte Zeit der Ehrenamtlichen sinnvoll zu nutzen und sie bei den Aufgaben zu unterstützen, die ihre eigentliche Einsatzarbeit erst möglich machen.