9 Mrd. € beträgt das Defizit der Kommunen in Nordrhein-Westfalen aktuell. Die finanzielle Ausstattung der Kommunen in Nordrhein-Westfalen ist seit Jahrzehnten rückläufig, was die lokale Selbstverwaltung massiv gefährdet. Historisch wurde der Verbundsatz, also der Anteil der Städte und Gemeinden am Steuerverbund, von 28,5 % Anfang der 1980er-Jahre kontinuierlich auf 23 % reduziert. In diesem Zeitraum zwischen 1982 und 2014 entgingen den Kommunen dadurch insgesamt über 50 Mrd. Euro.
Die aktuelle Finanzlage ist prekär, da viele Städte und Gemeinden seit Jahren von ihrer Substanz leben. Die bestehende Finanzausstattung reicht bei weitem nicht aus, um den gewachsenen Investitionsrückstand aufzuarbeiten oder die Kommunen langfristig zu stabilisieren. Zwar steigt der Verbundsatz mit dem Gemeindefinanzierungsgesetz 2027 erstmals seit Jahrzehnten dauerhaft von 23 % auf 23,5 % an, doch dieser Schritt ist lediglich ein Anfang und keine Antwort auf die kommunale Finanzkrise.
Um eine nachhaltige Sicherung der kommunalen Daseinsvorsorge zu gewährleisten, ist eine deutliche Erhöhung des Verbundsatzes auf 28 % zwingend erforderlich. Ohne Änderungen würde dies eine Erhöhung des kommunalen Finanzausgleichs von 17 Mr.d € auf etwa 20,4 Mrd. € bedeuten. Diese etwas über 3 Mrd. € mehr würden das kommunale Defizit also nur um die Hälfte ausgleichen können, die Kommunen müssten dennoch weiter konsolidieren. Die Forderung nach 28 % wird auch vom Städtetag unterstützt, um die finanzielle Handlungsfähigkeit vor Ort ansatzweise wiederherzustellen