Der Einsatz von KI-gestützten Justizlotsen ist eine sinnvolle Maßnahme, reicht allein aber nicht
aus, um die in vielen Bereichen bestehende Belastung der Gerichte mit KI-generierten
Schriftsätzen geringer Qualität und/oder großen Umfangs in den Griff zu bekommen. Sinnvoller
erscheint es, durch die Veröffentlichung aller Gerichtsentscheidungen in anonymisierter Form
die Datenlage für die KI-gestützte Erstellung von Schriftsätzen entscheidend zu verbessern und
so zugleich die Prozesschancen für die Bürger*innen besser einschätzbar zu machen. Dies
wiederum setzt ein automatisiertes, KI-gestütztes Anonymisierungstool voraus. In Verfahren, in
welchen anwaltliche Schriftsätze mit KI-Unterstützung zwar qualitativ hochwertig, aber in
massenhaft betriebenen Verfahren aufgrund ihres Umfangs Ressourcen der Gerichte binden, ist
es nur eine sinnvolle Maßnahme, durch Einsatz von KI auch auf Gerichtsseite den
umfangreichen Vortrag wieder auf ein lesbares Maß zurückzuführen. Eine sinnvolle Ergänzung
wäre es allerdings, den Gerichten die Möglichkeit zu geben, durch Strukturvorgaben den
anwaltlichen Vortrag von vornherein in eine bearbeitbare Form zu bringen. Zudem könnten
weitere Änderungen in den Prozessordnungen wie etwa eine maßvolle Ausweitung der
verpflichtenden anwaltlichen Vertretung vor Gericht für eine zusätzliche Qualitätskontrolle
sorgen, wobei der Zugang zum Recht insbesondere für einkommensschwache und besonders
schutzbedürftige Menschen gesichert bleiben muss.
| Kapitel: | Ein Land der Freiheit, Sicherheit und Erneuerung |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Nicole Kolster (KV Rhein-Erft-Kreis) |
| Status: | Geprüft |
| Eingereicht: | 01.11.2026, 16:26 |