Mit dem Eintritt in das Rentenalter fällt die Struktur weg, die viele Menschen mit Behinderung durch den Beruf oder durch spezifische Werkstatt- und Beschäftigungsangebote hatten. Es entsteht eine Lücke in der Tagesstruktur, die das Risiko für Depressionen, Einsamkeit und einen schnelleren körperlichen sowie kognitiven Abbau erhöht. Wenn Angebote für Ältere im Quartier nicht explizit inklusiv gestaltet sind, werden Menschen mit Behinderungen doppelt marginalisiert: einmal durch ihr Alter und einmal durch ihre Beeinträchtigung.
Eine gute Tagesstruktur ist weit mehr als bloßer Zeitvertreib; sie ist eine wesentliche Säule der psychischen und physischen Gesundheit. Quartiersangebote, die diese Zielgruppe mitdenken, bieten entscheidende Vorteile für die psychische und physische Gesundheit und den Erhalt von Kompetenzen.
Aus grüner Perspektive ist dies eine Frage der sozialen Gerechtigkeit und der menschenwürdigen Gestaltung des Alterns. Wir wollen eine Gesellschaft, in der das Recht auf Teilhabe nicht mit dem Renteneintritt oder aufgrund einer Behinderung endet. Eine inklusive Quartiersentwicklung sorgt dafür, dass das soziale Netz dort knüpft, wo die Menschen leben. Indem wir die Bedürfnisse von älteren Menschen mit Behinderungen in die Planung integrieren, schaffen wir eine Lebensumwelt, die für alle Menschen – unabhängig von ihren Voraussetzungen – Lebensqualität und Würde bietet.