Mit Blick auf bezahlbaren Wohnraum sowie Wohnraum für Zielgruppen in schwierigen Lebenslagen muss der Anteil der sozialorientierten Wohnungswirtschaft in den Kommunen gestärkt werden. Je stärker die dritte Säule der gemeinwohlorientierten Wohnangebote auf den jeweiligen kommunalen Wohnungsmärkten ist, desto weniger können die beiden Säulen "Privatwohneigentum" und "Mietwohnungen in privater Hand" den Wohnungsmarkt negativ beeinflussen. Der preisgebundene Wohnungsbestand im privaten Mietwohnungsmarkt unterliegt der befristeten Mietpreis- und Belegungsbindung und schafft damit ein strukturelles Problem. Zudem wissen wir: Für die Frauenhäuser ist das Problem, dass sich durch Mangel an bezahlbarem Wohnraum das Wohnen der Frauen in der Anlaufstelle verlängert. Und wir wissen: Neben dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum erleben Frauen weitere Hürden: Sei es durch Jobcenter-Leistungen oder durch Vorurteile gegenüber ihrer Gewalterfahrung, die ihnen die Wohnungssuche erschweren.
Als feministisch geprägte Partei müssen wir einen besonderen Fokus auf Wohnraum für Frauen haben. "Wohnprojekte für Frauen haben eine lange, wenn auch nicht durchgängige Tradition. Bereits Anfang des letzten Jahrhunderts und im Besonderen in den 20er Jahren, in denen Frauen stärker als zuvor am Erwerbsleben partizipieren und damit einen unabhängigen Lebensstil entwickeln konnten, fehlten Wohnmöglichkeiten für alleinstehende, alleinwohnende, ledige und berufstätige Frauen. Die Bedeutung des Wohnens war ein vorrgangiges Thema der ersten deutschen Frauenbewegung." aus Aktuelle Frauenwohnprojekte in Deutschland - eine Dokumentation" S. 8 Niedersächsisches Innenministerium (Erscheinungsjahr ?)
Trotz der langen Tradition ist die Zahl der Frauenwohnprojekte immer noch begrenzt und ihr Vorkommen starkt urban gesprägt. Die gilt es, mit allen verfügbaren Instrumenten zu verändern.
| Kapitel: | Ein Land der Vielfalt |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Petra Solscheid (KV Paderborn) |
| Status: | Geprüft |
| Eingereicht: | 30.10.2026, 16:08 |