Erfolgt mündlich.
| Antrag: | Bildungsgerechtigkeit jetzt ! Für ein solidarisches, inklusives und zukunftsfähiges Bildungssystem in NRW |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Theda de Morais Dourado (KV Düsseldorf) |
| Status: | Geprüft |
| Eingereicht: | 09.06.2026, 21:57 |
| Antrag: | Bildungsgerechtigkeit jetzt ! Für ein solidarisches, inklusives und zukunftsfähiges Bildungssystem in NRW |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Theda de Morais Dourado (KV Düsseldorf) |
| Status: | Geprüft |
| Eingereicht: | 09.06.2026, 21:57 |
Menschen besonders deutlich. Dennoch fehlt es weiterhin an nachhaltigen politischen Antworten und ausreichenden Investitionen.
Statt in wissenschaftlich fundierte Bildung, die oben genannten Fachkräfte sowie eine Verbesserung der Zugänge ins Frühe Bildungssystem zu investieren, ist von der Landesregierung ein kostspieliger Rückschritt in Richtung separierende Maßnahmen in Form sogenannter “ABC-Klassen” geplant. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Kinder im Vorschulalter durch Beziehung, Alltag und Spiel lernen und alltagsintegrierte Sprachförderung das Mittel der Wahl ist. Hinzu kommt, dass segregierende Maßnahmen zu Stigmatisierung führen und der Integration entgegenwirken können. Die geplanten ABC-Klassen belasten nicht nur die Schulen, die oft schon mit Raummangel zu kämpfen haben, weiter. Sie können schon im Vorschulalter zu Lernblockaden führen und bei Eltern und Kindern Angst vor Schule und anderen staatlichen Institutionen schüren. Der Zwang in eine fremde Umgebung ohne Bezugsperson und die zusätzlichen Übergänge/Transitions-Belastungen bedeuten in der Regel für Kinder emotionalen Stress und können zu entwicklungspsychologischen Nachteilen führen.
Der Zustand des Bildungssystems in Nordrhein-Westfalen und bundesweit ist seit
Jahren von strukturellen Problemen geprägt, die sich zunehmend verschärfen.
Schulen arbeiten vielerorts am Limit: Es fehlt an Lehrkräften,
Schulsozialarbeiterinnen, Sonderpädagoginnen. Unterricht fällt regelmäßig aus
oder wird fachfremd vertreten. Gleichzeitig lernen viele Schüler*innen in
maroden Gebäuden mit sanierungsbedürftigen Klassenräumen, unzureichender
digitaler Ausstattung und fehlenden Rückzugs- sowie Fördermöglichkeiten.
Besonders alarmierend ist, dass Bildungserfolg in Deutschland weiterhin massiv
von den Eltern abhängt. Kinder aus einkommensarmen Familien, aus migrantischen
Haushalten oder mit Unterstützungsbedarf haben deutlich schlechtere Chancen auf
höhere Bildungsabschlüsse und gesellschaftliche Teilhabe. Statt soziale
Ungleichheiten auszugleichen, reproduziert das bestehende Schulsystem diese oft
bereits ab der Grundschule. Die frühe Aufteilung auf unterschiedliche
Schulformen verstärkt soziale Selektion und verhindert echte Chancengleichheit.
Hinzu kommen die Folgen jahrelanger Unterfinanzierung: Viele Schulen verfügen
nicht über ausreichend Personal für Inklusion, psychologische Unterstützung oder
individuelle Förderung. Gerade nach den Belastungen der Corona-Pandemie zeigen
sich Lernrückstände, psychische Belastungen und soziale Probleme vieler junger
Menschen besonders deutlich. Dennoch fehlt es weiterhin an nachhaltigen
politischen Antworten und ausreichenden Investitionen.
Statt in wissenschaftlich fundierte Bildung, die oben genannten Fachkräfte sowie eine Verbesserung der Zugänge ins Frühe Bildungssystem zu investieren, ist von der Landesregierung ein kostspieliger Rückschritt in Richtung separierende Maßnahmen in Form sogenannter “ABC-Klassen” geplant. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Kinder im Vorschulalter durch Beziehung, Alltag und Spiel lernen und alltagsintegrierte Sprachförderung das Mittel der Wahl ist. Hinzu kommt, dass segregierende Maßnahmen zu Stigmatisierung führen und der Integration entgegenwirken können. Die geplanten ABC-Klassen belasten nicht nur die Schulen, die oft schon mit Raummangel zu kämpfen haben, weiter. Sie können schon im Vorschulalter zu Lernblockaden führen und bei Eltern und Kindern Angst vor Schule und anderen staatlichen Institutionen schüren. Der Zwang in eine fremde Umgebung ohne Bezugsperson und die zusätzlichen Übergänge/Transitions-Belastungen bedeuten in der Regel für Kinder emotionalen Stress und können zu entwicklungspsychologischen Nachteilen führen.
Auch die Digitalisierung wurde vielerorts verschlafen. Noch immer mangelt es an
funktionierender technischer Infrastruktur, zeitgemäßen Lernkonzepten und
entsprechender Fortbildung für Lehrkräfte. Gleichzeitig werden Schulen zunehmend
mit gesellschaftlichen Herausforderungen wie wachsender Armut,
Demokratiefeindlichkeit, Rassismus, Antifeminismuss und den Folgen der
Klimakrise konfrontiert, ohne dafür ausreichend ausgestattet zu sein.
Ein Bildungssystem, das vom Engagement Einzelner abhängt, statt allen Kindern
unabhängig von Herkunft, Einkommen oder Wohnort die gleichen Chancen zu
garantieren, wird seinem gesellschaftlichen Auftrag nicht gerecht. Deshalb
braucht es eine grundlegende Neuausrichtung hin zu einem solidarischen,
inklusiven und zukunftsfähigen Bildungssystem, das Förderung statt Auslese in
den Mittelpunkt stellt.
Die LDK möge beschließen:
Wir als BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN NRW setzen uns gemeinsam für eine umfassende
Transformation des Bildungssystems ein, die soziale Gerechtigkeit,
Chancengleichheit und individuelle Förderung ins Zentrum stellt. Bildung ist ein
Grundrecht, kein Privileg. Dennoch hängt der Bildungserfolg in Nordrhein-
Westfalen weiterhin stark von Vermögen, Einkommen und Wohnort ab. Das wollen wir
ändern.
1. Schule gerechter gestalten
2. Soziale Ungleichheiten abbauen
3. Demokratiebildung und Mitbestimmung
4. Bildung nachhaltig denken
Ein gerechtes Bildungssystem ist die Grundlage für eine demokratische,
solidarische und zukunftsfähige Gesellschaft. Derzeit reproduziert das
Bildungssystem in NRW soziale Ungleichheiten, statt sie abzubauen. Kinder aus
einkommensschwachen Familien haben deutlich geringere Chancen auf höhere
Bildungsabschlüsse. Gleichzeitig stehen Schulen vor großen Herausforderungen
durch Personalmangel, marode Infrastruktur und unzureichende Digitalisierung.
Als B90/Die Grünen NRW fordern wir eine mutige Neuausrichtung der
Bildungspolitik: weg von Selektion und Leistungsdruck, hin zu individueller
Förderung, echter Chancengleichheit und sozialer Gerechtigkeit. Bildung muss
empowern, nicht aussortieren.
Nur mit einem inklusiven und gut ausgestatteten Bildungssystem können wir allen
jungen Menschen in NRW die gleichen Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben
ermöglichen.
Für eine Bildungspolitik, die niemanden zurücklässt.
Erfolgt mündlich.