V-08 fordert selbst „weitere Maßnahmen zur Vermeidung von Altersarmut bei
Alleinerziehenden zu entwickeln” und lässt diese Forderung leer. Dieser Änderungsantrag
füllt sie.
Der Antrag V-08 beschreibt notwendige und richtige Reformen, aber ausschließlich als
Zukunftsversprechen. Die Perspektive älterer Menschen macht eine grundlegende Lücke
sichtbar:
Gerechtigkeit, die nur für künftige Fälle gilt, ist keine vollständige Gerechtigkeit.
Die 1,7 Millionen aktuell betroffenen Alleinerziehenden brauchen Sofortmaßnahmen, keine
Ankündigungen. Die Frauen, die ihre Kinder in vergangenen Jahrzehnten allein großgezogen
haben, ohne Rentenpunkte, ohne Unterhaltsvorschuss, ohne Schutz — leben heute die
Folgen als Altersarmut. Für sie kommt jede Reform zu spät. Nur rückwirkende Anerkennung
und direkte Aufstockung kann hier noch Gerechtigkeit schaffen.
Darüber hinaus sind Großeltern die unsichtbare dritte Säule alleinerziehender Familien, sie
tragen informelle Betreuungslast mit direkten Nachteilen für ihre eigene Absicherung, ohne
jede Anerkennung im Sozialsystem.
Wir sind die Alleinerziehenden von gestern. Die GRÜNE ALTE LANDESVEREINIGUNG NRW
bringt diese Ergänzungen ein, weil wir aus eigener Erfahrung wissen, was passiert, wenn
Versprechen nur für die Zukunft gelten und niemand Verantwortung für bestehendes
Unrecht übernimmt