Palantir passt nicht zu uns – und das ist keine neue Erkenntnis
Die Grüne Landtagsfraktion NRW hat Palantir von Beginn an kritisch begleitet, in der Opposition wie in der Regierung. Die Landesdatenschutzbeauftragte NRW hat den Einsatz wiederholt als rechtlich bedenklich eingestuft. Die Gesellschaft für Freiheitsrechte hat Verfassungsbeschwerde eingereicht. Und das Manifest von Palantir-CEO Alex Karp macht unmissverständlich klar, wofür dieses Unternehmen steht: Militarisierung, kulturelle Hierarchisierung, Abwertung von Menschenrechten als „hochtrabende Rhetorik".
Grauzone ist keine grüne Option
Der Einsatz automatisierter Datenanalyse durch Polizei und Sicherheitsbehörden findet statt – mit oder ohne spezialgesetzliche Grundlage. Wer diesen Zustand mit einem grundsätzlichen Nein zu jeder Regelung konserviert, schützt keine Grundrechte, sondern übergibt sie dem Zufall.
Es braucht einen Rechtsrahmen, der den Einsatz begrenzt, kontrolliert und überprüfbar macht. Die Novelle der §§ 23 ff. PolG NRW ist ein erster Schritt – aber kein Schlusspunkt. Entscheidend ist, dass die dort verankerten Schutzmechanismen in der Praxis greifen und dass eine grüne Fraktion dafür sorgt, dass sie es tun.
Neue Bedrohungen brauchen neue Antworten – mit grünem Kompass
Darknet-Märkte, Finanzströme der organisierten Kriminalität, Netzwerke für Kindesmissbrauchsdarstellungen und Gruppierung des Rechtsextremismus: Diese Phänomene sind zunehmend komplex, datengetrieben und lassen sich nicht mit Ermittlungsmethoden des letzten Jahrhunderts bekämpfen. KI-gestützte Analyse ist operativer Bedarf – aber sie muss unter demokratischer Kontrolle stehen, europäisch gedacht sein und Grundrechte effektiv schützen, nicht strukturell aushöhlen.