| Veranstaltung: | Landesdelegiertenkonferenz 20./21. Juni 2026 in Troisdorf |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 8. Verschiedenes |
| Status: | Beschluss |
| Beschluss durch: | Landesdelegiertenkonferenz |
| Beschlossen am: | 20.06.2026 |
| Antragshistorie: | Version 2 |
Digitale Bildung in öffentlicher Hand für Bildungsgerechtigkeit und Souveränität
Beschlusstext
Die Landesdelegiertenkonferenz möge beschließen:
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN setzen sich auf Landesebene für eine öffentlich getragene,
gerechte und souveräne digitale Bildung in Nordrhein-Westfalen ein.
Dazu zählen insbesondere folgende Punkte:
Alle Schüler*innen und Lehrkräfte in Nordrhein-Westfalen haben Zugang zu
sicheren, datenschutzgerechten und kostenfreien digitalen
Bildungswerkzeugen — unabhängig von Schulform, Schulträger oder Wohnort.
Die digitale Bildungsinfrastruktur der Schulen liegt in öffentlicher Hand.
Das Land trägt sie gemeinsam mit anderen Bundesländern, dem Bund sowie
europäischen Partner*innen, statt isolierte Einzellösungen zu finanzieren.
Der Betrieb digitaler Werkzeuge in den Schulen ist nicht auf Konzerne
außerhalb des Rechtsraums der Europäischen Union angewiesen. Daten von
Schüler*innen und Lehrkräften bleiben in europäischer Hand und fließen
nicht in die Geschäftsmodelle einzelner Anbieter ein.
Lehrkräfte konzentrieren sich auf das Unterrichten. Beschaffung, Wartung
und Support digitaler Werkzeuge übernimmt die öffentliche Hand zentral —
etwa über eine Landesstelle, die Schulen einheitlich versorgt.
Lehrkräfte erhalten praxisnahe Fortbildungen, die sie befähigen, digitale
Werkzeuge im Unterricht selbstbestimmt einzusetzen und den sachgerechten
Umgang mit diesen zu vermitteln. Dies gilt insbesondere auch für Werkzeuge
mit Künstlicher Intelligenz.
Werkzeuge mit Künstlicher Intelligenz im Unterricht sind pädagogisch
geeignet, gerecht und vorab ethisch geprüft. Sie fördern Kinder gezielt
und unter Einbeziehung individueller Stärken und Schwächen in ihrer
sprachlichen, fachlichen und sozialen Entwicklung. Sie entlasten
Lehrkräfte, ohne diese in ihrer pädagogischen Verantwortung zu ersetzen.